Literatur · Theater

Hermann Beil liest Thomas Bernhard


Wittgensteins Neffe - Eine Freundschaft.

Tatsächlich ist dieses 1982 erschienene Buch das eindringliche Dokument einer ungewöhnlichen, sehr besonderen Freundschaft des österreichischen Dichters mit dem „verrückten“ Paul Wittgenstein, dem Neffen des Philosophen Ludwig Wittgenstein. Das Buch ist gleichermaßen eine Studie, ein Bericht, eine Erzählung, eine groteske Tirade und eine bohrende Erinnerung über Höhen und Tiefen dieser Freundschaft. Es ist ein Buch voll bitteren Gelächters und voll von melancholischem Schmerz. In einer bohrenden, rhythmisch hämmernden, vorwärtstreibenden Sprache notiert Thomas Bernhard die ganze Verrücktheit dieser Freundschaft, eine Freundschaft, die existenzerrettend und zugleich gefährdend war. Die Geschichte dieser Freundschaft erreicht eine verzweifelte Intensität, die für den Leser (oder Zuhörer) unabweisbar ist.

Laut Marcel Reich-Ranicki hat der Grantler und „Übertreibungskünstler“ Thomas Bernhard nie menschenfreundlicher, nie zärtlicher geschrieben.


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