Theater

Hendrik Quast - Mohrle - eine Fabel


Die Verquickung von privatem und öffentlichem Leben ist ein allgegenwärtiger Topos unserer Zeit. Soziale Netzwerke und Reality-TV, Abhörskandale, Spionage und Überwachung – dies sind alltägliche Phänomene geworden. Doch wie verhält es sich über das Private hinaus mit dem Intimen? Das Nachwuchsfestival schickt sieben KünstlerInnen und Gruppen auf die Suche nach Intimität und findet sie im dänischen Fernsehen und auf österreichischen Bauernhöfen, in gelatinereichen Radioshows oder im Fitnessstudio, beim Tierpräparator, in ungewöhnlichen Familiengeschichten oder bei einem ganz privaten Tanz im öffentlichen Raum.

Mohrle ist ein Kater, der weinen kann. Seine aktuelle Mäusebeute hat das Tier weder zum Fressen gern, noch nutzt es sie als Spielobjekt. Stattdessen übt sich der anthropomorphe Kater in Techniken, die natürliches Verwesen und Vergessen verlangsamen: Sowohl die gekonnte Tierpräparation als auch seine jammernden Gesangsversuche rekonstruieren die Geschichte des Katers und seiner geliebten Maus, deren tote Augen wieder von Glanz erfüllt werden sollen.

In der Soloperformance Mohrle wird die Livepräparation einer Maus gezeigt – von der Häutung über das Ausstopfen bis zum szenischen Arrangement. Ergänzt durch das theatrale Register des Bühnen- und Musicalgesangs, erscheint Tierpräparation hier im Spannungsverhältnis von Kreation und Destruktion und verwandelt bereits Totes in scheinbar Lebendiges. Eine augenscheinliche Niedlichkeitsrekonstruktion mit Fellbeispielen.

Performance
Österreichische Erstaufführung
Themenschwerpunkt: Freischwimmer 2014 - INTIM

Konzept, Text, Gesang Hendrik Quast Dramaturgie, Lichtdesign Maika Knoblich Kostüm- und Maskenbild Christian Neuss Regieassistenz Phillip Urrutia


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