Vortrag · Literatur

Helmut Neundlinger liest Karl Wiesinger


Die Tagebücher aus dem Nachlass des Linzer Autors Karl Wiesinger (1923–1991) sind ein ebenso ab- wie hintergründiges Zeitdokument: Mitten im Kalten Krieg entfaltet dieser literarische und politische Außenseiter ein kontinuierliches Selbstgespräch, in dem Weltpolitik, lokaler Kunstbetrieb und sexuelle Eskapaden ungefiltert aufeinanderprallen. Der mangelnden öffentlichen Anerkennung begegnet er mit einer aufwendigen Arbeit an der Biografie, in der auch seine Neigung zur Aufspaltung seiner Autorenschaft in verschiedene Projekt-Identitäten widerhallt. Ob als Verfasser von Spionage-Romanen, linientreuer proletarischer Romancier oder experimenteller Bauerndichter Max Maetz: Wiesinger spannt mit seinen Doubles ein beziehungsreiches Netz zwischen Literatur und Zeitgeschichte.

Helmut Neundlinger
liest und kommentiert

Karl Wiesinger
Johanna Öttl MODERATION


Vergangene Termine