Theater

heim.at - oder nirgendwo auf der Welt gibt's kein kleines Stückchen Glück



Absurd, abstrakt, abwechslungsreich, ablandig und meist abgekürzt aber auf keinen Fall abgenutzt ist dieses neue Stück des Ensembles "le bagage" , das für die Welser europäische Theaternacht 2018, aus Stücken bekannter Autoren zusammen gesponnen wurde.
Eine Collage aus allerhand Theaterliteratur - von K.Tucholsky, B.Strauss, Loriot, H.Hussel, N.Williams uvm.- als Aufhänger dient Eugene Ionesco's "Kahle Sängerin" und die Idee, die absurdesten Dialoge um ein uraltes Thema zu spinnen - "Heimat".
Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist eine Wohnung im Haus 17(36/10), Linke Wienzeile, 3. Stock, Stiege links.
Mitten durch die Wohnung verlaufen verschiedene Bahnlinien und es herrscht reger Schienenverkehr - für die vermeintlichen Bewohner der gutbürgerlichen Stadtwohnung mit Blick auf den Naschmarkt scheint das ganz normal zu sein - während sich nun also das Ehepaar Schmidhuber auf einen gemütlichen Abend zu zweit einrichtet bevölkern nach und nach immer mehr Menschen ihr Wohnzimmer, so dass sowohl die Anwesenden als auch die ZuschauerInnen irgendwann nur noch Bahnhof verstehen.
Tragik-komische Momente, irrwitzige Situationen, Verwirrung und Pseudokommunikation bestimmen das Geschehen.
Als ZuschauerIn gewinnt man, je länger, desto mehr, das Gefühl "im falschen Film" zu sitzen und das ist Absicht, denn insofern spiegeln diese 95 Minuten gespielte Absurdität unsere Realität wider.