Theater

Hedda Gabler


An Hedda Gabler beißen sich nicht nur die Figuren des Stücks die Zähne aus. Man hat in ihr die femme fatale oder das Opferlamm, die depressive Schwangere oder frigide Waffennärrin, die Ästhetin wider den kleinbürgerlich engen Geist oder die dekadente Schlampe nachweisen wollen – doch jeder Kategorie entzieht sich Hedda Gabler mit müdem, sphinxhaften Lächeln.

Jørgen Tesman und seine Frau Hedda kehren von ihrer ausgedehnten Hochzeitsreise zurück. Jetzt soll eigentlich die Zukunft beginnen – in ihrer neuen Villa, mit Angestellten, Reitpferden und Empfängen. Doch das Geld ist jetzt schon knapp – und Løvborg ist zurück in der Stadt, Tesmans alter Schulfreund und ewiger Konkurrent, mit einem neuen genialischen Buch, das Tesmans ausstehende Professur gefährden könnte. Auch Hedda und Løvborg kennen sich: Sie verbindet eine frühere Anziehung, vielleicht Freundschaft, opak und gefährlich. Zwischen einer mutmaßlichen Schwangerschaft, einem verloren gegangenen Manuskript und mehreren Dreiecksverhältnissen wird das Ende der Zukunft ausgerufen. Denn Hedda schießt.

Martin Kušej, Intendant des Münchner Residenztheaters, beschäftigt sich nicht zum ersten Mal mit einem abgründigen „Weibsteufel“ – bereits Salome, Elektra und Lady Macbeth säumen seinen Weg als Regisseur.

Gastspiel des Residenztheaters München

Regie: Martin Kušej
Bühne: Annette Murschetz
Kostüme: Heide Kastler
Musik: Jan Faszbender
Licht: Tobias Löffler
Dramaturgie: Angela Obst

Dr. Jørgen Tesman: Norman Hacker
Hedda, seine Frau: Birgit Minichmayr
Fräulein Juliane Tesman, seine Tante: Barbara de Koy
Frau Elvsted: Hanna Scheibe
Richter Brack: Oliver Nägele
Ejlert Løvborg: Sebastian Blomberg


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