Klassik

Haydn: Orfeo ed Euridice


Die letzte Schwelle, jene zwischen Leben und Tod: Können wir sie nur in einer Richtung überschreiten? Die griechische Sage von Orpheus, der mit seinem herzergreifenden Gesang buchstäblich die Steine erweichen konnte und damit auch vor den Göttern Gehör fand, seine verstorbene Geliebte Eurydike aus der Unterwelt zurückzuholen, bewegt die Menschheit seit Jahrtausenden. Schon 1600 entstand die erste Orpheus-Oper, in Monteverdis „Orfeo“ wird 1607 erstmals der tragische Schluss des Mythos auf die Bühne gebracht: Entgegen dem göttlichen Gebot dreht sich Orpheus beim Aufstieg nach Eurydike um und verliert sie dadurch endgültig.

1791 sollte Joseph Haydn für London eine neue Version des Stoffes komponieren, seine letzte und reifste Opernpartitur: mit wieder wesentlich mehr Protagonisten und entsprechend komplexerer Handlung als etwa bei Christoph Willibald Gluck. Doch zerschlug sich wegen des Konkurrenzverhältnisses zwischen den vom König und den vom Prince of Wales unterstützten Theatern eine Produktion. Erst 1951 dirigierte Erich Kleiber in Florenz die Uraufführung mit Maria Callas als Euridice. Bei HERBSTGOLD tritt nun Enrico Onofri mit der Haydn Philharmonie und einer handverlesenen Besetzung für das ausnehmend schöne, bewegende Werk ein, das mit virtuoser Stimmbehandlung, konzertierenden Blasinstrumenten, einer ausdrucksvoll hinzutretenden Harfe sowie packenden Schilderungen von Hölle und Meeressturm mit Posaunen einen besonderen Rang nicht nur in Haydns Opernschaffen einnimmt.

Ana Maria Labin, Euridice

Alicia Amo, Genio

Krystian Adam, Orfeo

Fulvio Bettini, Creonte

Konstantin Krimmel, Corista

Benjamin Harasko, Pluto

Enrico Onofri, Dirigent
Haydn Philharmonie
Philharmonia Chor Wien

Alessio Pizzech, Regie
Davide Amadei, Bühne
Giovanna Spinelli, Kostüme


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