Kunstausstellung

Hans Staudacher - Ein Leben in Freiheit = Versuch


Ein Leben in Freiheit = Versuch
Der Versuch ist gelungen – so ließe sich ein langes Künstlerleben umschreiben. Hans Staudacher hielt der äußeren Welt mit ihren Maßlosigkeiten, ihrer Sprunghaftigkeit und ihrer Gier sein eigenständiges Denken und seine innere Freiheit, seinen Mut zur Askese und seinen Mut zu Zärtlichkeit und Großzügigkeit entgegen. Die Schönheit seines künstlerischen Oeuvres entspringt dieser inneren Freiheit, die täglich neu zu leben versucht werden muss.

Lust-Liebe-Liberté, diesen Weihnachtswunsch schickte Staudacher 1984 einem seiner Freunde. Freiheit als Voraussetzung für volle sinnliche und emotionale Entfaltung, für vertrauensvolles Miteinander. Hans Staudacher gehört einer Generation an, die die totale Einschränkung der Freiheit miterlebt hat und damit auch das Misstrauen, die gegenseitige Kontrolle innerhalb des unmittelbaren Lebensumfeldes. Wer Freiheit in einer durch Unfreiheit geprägten Gesellschaft leben will, muss handeln, für Freiheit kämpfen oder auch weggehen. Auf jeden Fall etwas wagen. Die Einsicht, dass Freiheit nicht selbstverständlich ist, wird auch zunehmend eine Herausforderung für unsere Gegenwart. Staudacher ging weg, nach Wien, nach Paris, engagierte sich, wann immer sich eine Bedrohung für die zivilisierte Welt abzeichnete.
Lust, Liebe, Freiheit – dieses Lebensgefühl drückt sich in Staudachers Lebenswerk aus. Aus den von Schwarz dominierten Arbeiten seiner frühen Jahre, die noch viel Bodenhaftung zeigen, verschwindet, um es poetisch auszudrücken, allmählich die Schwerkraft. Schrift und Bild ergänzen einander, verstärken die Botschaft von Freiheit und Lebenslust, insbesondere dann, wenn wieder einmal irgendwo irgendwer Macht und Gewalt gegen persönliche Freiheit mobilisiert. Da schwingt dann viel Humor mit, eine Leichtigkeit des Seins, die ja nicht von Ungefähr kommt, sondern aus dem Wissen um die ständige Bedrohung von Freiheit und aus der Bereitschaft, für diese Freiheit auf manche Bequemlichkeit zu verzichten.

Hans Staudacher sieht sich selbst als „Weltkünstler aus Kärnten“. Das ist etwas anderes als „Kärntner Künstler“. Er gilt im internationalen Kontext als bedeutender österreichischer Vertreter der gestischen Malerei, in seinen Bildern verbindet sich lyrisches Informel mit abstraktem Expressionismus. Man mag zwar diese zwei Begriffe einer bestimmten Zeitspanne zuordnen, aber Staudachers unverkennbare persönliche Handschrift begleitet uns, die wir um einiges jünger sein mögen, in zeitloser Relevanz. Uns ist, als flögen wir über Landschaften, über Energiefelder, in denen es manchmal drunter und drüber geht, zur Orientierung gibt es schriftliche Hinweise, Wegweiser in seelische Gefilde und durch turbulente Zeiten. Staudacher wirft in souveräner Weise alles Dekorative zur Seite und macht den Blick frei für das Archaische, das immer noch allem zu Grunde liegt.
Dr. Irmgard Bohunovsky


Vergangene Termine

  • Fr., 16.02.2018 - Sa., 14.04.2018

    Mo: Geschlossen
    Di: Geschlossen
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    Do: 09:00 - 13:00, 14:00 - 18:00 Uhr
    Fr: 09:00 - 13:00, 14:00 - 18:00 Uhr
    Sa: 09:00 - 15:00 Uhr
    So: Geschlossen
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  • Do., 15.02.2018

    19:00
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    • Eröffnung