Theater

Hans Heiling


Im Juli 1831 erhielt Heinrich Marschner ein anonymes Libretto zugesandt. Diesen „Hans Heiling“ betitelten Text, der auf einer böhmischen Sage basiert, fand Marschner sofort inspirierend und forschte nach dem Autor: es war Eduard Devrient, Bariton an der Berliner Oper.

Binnen eines Jahres war die Komposition fertig, im Mai 1833 kam sie mit grossem Erfolg zur Uraufführung in Berlin – Devrient verkörperte die Titelfigur. Marschner war bereits durch seine Opern Der Vampyr (1828) und Der Templer und die Jüdin (1829) bekannt, Hans Heiling vertiefte sein Ansehen als Nachfolger von Carl Maria von Weber.

Das romantische Sagenthema gab Marschner Gelegenheit zu strukturellen Experimenten, er verwendete konventionelle und völlig neue Formen nebeneinander. Einem durchkomponierten Vorspiel folgt die Ouvertüre, in der eigentlichen Oper sind die Nummern teils durch Dialoge, teils durch Rezitative miteinander verbunden. Die musikalische Ausleuchtung von Heilings komplizierter Psyche zwischen Sehnsucht nach Liebe, Eifersucht, Wut und Traurigkeit ist richtungsweisend: Wagner verfolgt diese Ideen mit seinem Der fliegende Holländer weiter.

Hans Heiling möchte der vereinnahmenden Liebe seiner Mutter entkommen und zieht in ein Dorf, wo er sich in Anna verliebt. Für sie ist er bereit, sein Leben völlig zu ändern. Annas Mutter ist von Heilings teuren Geschenken angetan und ermutigt ihre Tochter, den Fremden zu heiraten. Allerdings fühlt sich die junge Frau in Gegenwart des geheimnisvollen und besitzergreifenden Mannes nicht wohl. Sie hat noch einen anderen Verehrer: den feschen Konrad. Heiling beansprucht seine Braut stets für sich. Er scheut die Gesellschaft der Dorfgemeinschaft und will nicht, dass Anna auf einem Fest tanzt. Heilings Mutter sucht Anna auf, enthüllt das wahre Wesen ihres Verlobten und bedroht sie, damit sie von der geplanten Heirat lasse. Anna löst die Verlobung und wendet sich Konrad zu. Heiling entbrennt voll Eifersucht, stellt Konrad und sticht ihn im Streit nieder. Danach lassen ihn seine inneren Stimmen über seine Tat zweifeln. Er wird darüber fast wahnsinnig, hofft andererseits, dass es mit Anna doch noch zu einer Heirat kommt und beginnt zu fantasieren.

Romantische Oper in einem Prolog und drei Akten (1833)
Musik von Heinrich Marschner
Libretto von Eduard Devrient
In deutscher Sprache mit deutschen Übertitlen

Besetzung

Musikalische Leitung - Constantin Trinks
Inszenierung - Roland Geyer
Bühnenbild - Herbert Murauer
Kostüme - Sibylle Gädeke
Choreographie - Ramses Sigl
Licht - Reinhard Traub
Dramaturgie - Elisabeth Geyer

Die Königin - Angela Denoke
Hans Heiling - Michael Nagy
Anna, seine Braut - Katerina Tretyakova
Gertrude, ihre Mutter - Stephanie Houtzeel
Konrad - Peter Sonn
Stephan - Christoph Seidl
Niklas - Patrick Maria Kühn

Orchester - ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Chor - Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


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