Jazz

Hannes Loeschel's Exit Eden feat. Phil Minton


Wieso nennt Hannes Loeschel sein Projekt Exit Eden? Für das Programm "Songs of Innocence" greift er auf einen Lyrikzyklus des englischen Dichters und Malers William Blake (1757–1827) zurück.

Blake, ein sperriger und aufrührerischer Geist, der sich zeit seines Lebens den Autoritäten verweigerte, schrieb die Verse für die "Lieder der Unschuld" aus der Perspektive eines Kindes. Die Aufklärung war zu ihrem Höhepunkt gelangt, und Blake wählte einen beinahe naiv anmutenden Zustand der Schöpfung für seine Betrachtungen, in die sich nach und nach auch das Dunkle und Böse einschlichen.

Der Wiener Pianist und Komponist Hannes Loeschel konzipierte vor sechs Jahren mit den Poems von Blake das Bühnenstück "Paradise Lost – Exit Eden". Zur Umsetzung wählte er MusikerInnen, die im Jazz, in der Improvisation und der Neuen Musik zu Hause sind. Aus dem Bühnenstück entstand eine konzertante Fassung mit dem Gitarristen Michael Bruckner, dem australischen Bassisten Clayton Thomas und dem Schlagzeuger Mathias Koch.

Den Gesangspart vertraute er Phil Minton an, der bereits in den achtziger Jahren mit Mike Westbrook die grossartige Platte "Westbrook Blake" eingespielt hatte. Der walisische Bariton gibt den "Songs of Innocence" eine unverwechselbare Prägung. In den Kompositionen des 17-teiligen Blake-Zyklus lässt Löschel neben Brecht/Eisler auch Jazz, Rock, Folk, Country und Ambient anklingen. So gelingt es ihm, neu klingende Stücke zu schaffen, ohne die Tradition zu verleugnen. Und darüber, wie sich Minton zwischen "Heaven and Hell" bewegt, kann man nur ins Schwärmen geraten. (Taktlos Zürich, 2013)

Hannes Loeschel: piano, fender rhodes
Phil Minton: voice
Michael Bruckner: guitar
Clayton Thomas,: bass
Mathias Koch: drums


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