Vortrag

Hannes D. Galter: Krieg gegen die Geschichte


Altorientalist Univ.-Doz. Dr. Hannes D. Galter wirft im Gespräch mit Historiker Ass.-Prof. Dr. Johannes Gießauf einen aufklärenden Blick auf die Hintergründe

Ninive, Nimrud, Imam Dawr, Khorsabad, Hatra, Mar Behnam, Dura Europos, Mari, Tell Adschadscha, Mar Elian, Palmyra – die Liste der vom IS zerstörten oder geplünderten historischen Stätten im Irak und in Syrien wird immer länger, und es sind bedeutende Teile des UNESCO-Weltkulturerbes darunter. Was wir derzeit erleben, ist eine einzigartige Serie von Zerstörungen des „Islamischen Staates“, die sich vor allem gegen christliche, schiitische und vorislamische Denkmäler richtet. Mit dem Argument der Bilderverehrung wird alles vernichtet, was auf eine nichtsunnitische Vergangenheit der Region hindeuten könnte. Doch die Manipulation des kulturellen Gedächtnisses stellt nicht die einzige Triebkraft der Verwüstungen dar. Was an der Oberfläche als kompromisslose Verwirklichung des Verbotes von Abbildungen und Götzendienst im Koran dargestellt wird, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als perfektes Mittel zu verstärkter Medienpräsenz und gesteigertem Prestige sowie als geschickte Verschleierung von Antiquitätenschmuggel in großem Stil.

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