Tanz · Theater

Handle with care selected by Beate


Beiträge von Julia Müllner / Katharina Senk & Tanja Erhart
Online-Studiobesuch / Performance

ONLINE-EVENT via zoom
EINTRITT FREI
INFOS & ANMELDUNG: https://bit.ly/3oUleiQ

BEATE steht für BRUT’S ENGAGED AUDIENCE as THEATRE EXPERTS – klingt vielleicht kompliziert, ist aber ganz einfach. Im Publikumsclub BEATE erhalten engagierte brut-Besucherinnen einen intensiven Einblick in künstlerische und organisatorische Prozesse und werden zu einer Gruppe von Expertinnen, die das vielfältige Programm von brut mit neuen Sichtweisen bereichern. In regelmäßigen Treffen während der gesamten Saison werden gemeinsam Proben, Showings und Aufführungen besucht, diskutiert und reflektiert, Gespräche mit Künstlerinnen und Expertinnen geführt und Beiträge für das Onlinemagazin gestaltet. Im Rahmen von imagetanz kam der Gruppe eine ganz zentrale Rolle zu: Für Handle with care selected by BEATE wählten die Teilnehmer*innen zwei künstlerische Positionen für das Programm aus. Ab dem Saisonbeginn besuchten sie Showings, brachten selbst Vorschläge ein und entschieden sich in einem Abstimmungsverfahren schlussendlich dafür, das Duo Tanja Erhart & Katharina Senk und die Künstlerin Julia Müllner einzuladen.
Julia Müllner – gathering bacteria in my carrier bag
in deutscher Sprache
Gathering bacteria in my carrier bag lädt zu einer blubbernden, kollektiven Verabredung mit Mikroorganismen ein. Dabei beschäftigt sich Julia Müllner mit der Fermentation, also einer mikrobiellen Umwandlung und Konservierung. Der Prozess der Fermentation formt sich zu einer Performance, die ergründet, was wir von Mikroben über das Zusammenleben lernen können.
Julia Müllners carrier bag wird zum Container voll mit Wissen und Unsinn, in dem mit Transformationsprozessen experimentiert wird. Ideen, Skizzen und Gedankengänge sammeln sich an wie Bakterien und wollen umsorgt werden. SCOBY – die Mutterbakterie – lebt sich ein, wächst, transformiert und vernetzt sich. In der behutsamen Pflege von Organismen steckt symbolischer Wert: die Erforschung von Ideen über ein Zusammenleben. Die Annäherung an diesen großen Themenkomplex erfolgt auf mikroskopischer Ebene. Welche metaphorischen Antworten stecken in der Symbiose zwischen Pilzkultur und Nährstoff? Woran wächst eine Beziehung ohne Hierarchien? In Ergänzung zur performativen Auseinandersetzung wird der Prozess außerdem in Form eines Print-Booklets konserviert.
Julia Müllner lebt in Wien und arbeitet als freischaffende Tänzerin. 2019 schloss sie ihr Studium in Tanz und Choreografie an der Danish National School of Performing Arts in Kopenhagen ab. Sie erhielt das Trainingsstipendium 2019 des Tanzquartier Wien und das danceWEB-Stipendium 2020 bei ImPulsTanz. Julia arbeitet in kollaborativen Settings wie auch an Soloprojekten.
Katharina Senk & Tanja Erhart – j_e_n_g_a
in deutscher und englischer Sprache und österreichischer Gebärdensprache
In der Tanzperformance j_e_n_g_a stellen die dreibeinige Tanja Erhart und die zweibeinige Katharina Senk pleasure in den Mittelpunkt: als radikale Schnittstelle des Diskurses zwischen Behinderung und Feminismus und als lustvolle Bewegungsressource im Austausch mit Tanjas Krücken. Gemeinsam mit den beiden Tänzerinnen und dem Publikum kreieren die Krücken ein multisensorisches Spiel, das die wechselseitige Abhängigkeit erfahrbar macht und die Lust an der radikalen Begegnung miteinander befreit.
Tanja Erhart, Österreicherin und in London lebend, definiert sich selbst als crip – behinderte und chronisch kranke – Tänzerin und Kulturanthropologin. Sie performte weltweit in Stücken von Claire Cunningham, Michael Turinsky, Candoco Dance Company u. a. Zurzeit erforscht sie die Bewegungssprachen ihrer 3 body-minds – mit ihrem Rollstuhl, einbeinig oder dreibeinig mit ihren Krücken – und entdeckt die Aktivistin für Behindertengerechtigkeit und pleasure in sich selbst und im gegenseitigen Austausch mit anderen in den Bereichen Tanz, Ableismus, Zugang und care.
Katharina Senk ist österreichische Tanzschaffende und lebt in Wien. Sie performte u. a. in Arbeiten von Doris Uhlich, Florentina Holzinger und Georg Blaschke. In ihrem persönlichen künstlerischen Schaffen arbeitet sie an der Verbindung ihres Interesses an (Post-)Humanismus, Feminismus und sozialer Gerechtigkeit mit ihrem Wissen in den Bereichen Tanz, Bewegung und Kampfsport. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Erhart widmet sie sich der Erforschung von lustvollen Tanzpraktiken mit „(assistiven) Objekten“.

Der Publikumsclub BEATE ist eine Initiative im Rahmen von Be SpectACTive!
Be SpectACTive! ist ein umfangreiches europäisches Kooperationsprojekt, das vom Creative-Europe-Programm der Europäischen Union kofinanziert wird und im Bereich darstellender Kunst in Form von künstlerischen Produktionen und partizipativen Praktiken tätig ist mit dem Ziel, Bürgerinnen und Zuschauerinnen in kreative und organisatorische Prozesse einzubeziehen. Mitglieder sind europäische Festivals, Theater, Kulturorganisationen, Universitäten und ein Forschungszentrum.


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