Kunstausstellung

Hana Usui – Schwarzer Regen


Gewidmet den Opfern der Atombombenabwürfe auf Hiroshima & Nagasaki.

Klare, elegante Linien in Öl schweben über wolkenartigen Tuschlavierungen: Was sich hinter dieser vermeintlichen „Schönheit“ verbirgt, kann das denkbar Hässlichste sein – mit „Schwarzer Regen“ thematisiert die japanische Künstlerin Hana Usui die Folgen der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 70 Jahren, und weist damit auch auf gewisse Analogien zur heutigen AKW-Katastrophe von Fukushima hin. Vor diesem Hintergrund sprechen die gleichzeitig harten sowie modulierenden Liniengebilde auf dem zarten Papier eine erschreckende Sprache von Verletzbarkeit, Gewalt und Tod. Der immer wiederkehrende Bezug zu Masuji Ibuses Roman „Schwarzer Regen“ verdeutlicht dem Betrachter die Dringlichkeit der Thematik, die in Japan nach wie vor mit Tabus verbunden ist. In ihrer Jugend rebellierte Hana Usui gegen fernöstliche Kalligrafie und übersiedelte nach Wien, um ihren eigenen Weg als freie bildende Künstlerin zu gehen. Heute bereichert sie den komplexen zeichnerischen Diskurs der Gegenwart auf unnachahmliche Weise.

Die 1974 in Tokio geborene Hana Usui lebt und arbeitet in Wien. Sie hat an der Waseda-Universität Tokio Kunstgeschichte studiert. Die Kunst der Kalligraphie erlernte sie über zwanzig Jahre bei renommierten japanischen Meistern. 1999 verließ sie den „Weg des Schreibens“ und löste sich gänzlich vom Schriftzeichen. Seitdem widmet sie sich der freien bildenden Kunst. Ihre Arbeiten werden regelmäßig in Europa und Japan ausgestellt und wurden u.a. von den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der Akademie der bildenden Künste Wien erworben.
Bernhard Maaz (damals Staatliche Kunstsammlungen Dresden) schreibt in einem Katalogtext 2012: […] Es wirkt geradezu unwahrscheinlich, dass diese Durchdrückungen (dem Wesen nach sind es Monotypien) mit einem Nagel oder einem Schraubenzieher bewerkstelligt werden, aber – es ist so. Auf dem weichen Papiergrund agiert ein hartes Werkzeug, gleichsam eine Zeichenwaffe. […] Der Nagel, die Ritzung oder Reibung, die Papierhaut und die Durchsichtigkeit – all dies zeugt von einem sehr spannenden Wechselverhältnis von Härte und Weichheit, von Energie und Materie, von vita activa und vita contemplativa. Die Verletzlichkeit der Papierhaut macht sie menschlich, und diese Dimension gibt den Blättern eine humane Bedeutung.
Und Andreas Schalhorn (Staatliche Museen zu Berlin) führt in seinem Katalogtext fort: [...] Hana Usuis Kunst ist und bleibt daher einzigartig, was die Sensibilität und Radikalität ihrer Zeichnung als Zeichen-Setzung anbelangt. Sie überwindet die Kalligraphie und macht doch deren Geist auf neuer Ebene für die Kunst fruchtbar. Damit bereichert sie den so komplexen zeichnerischen Diskurs der Gegenwart auf unnachahmliche Weise mit ihrer Version einer ‚Geschichte der Linien’.

Aiko Kazuko Kurosaki, geboren in Tokio, Japan. Freischaffende Tänzerin, Performerin und Choreografin. Sie versteht ihre künstlerische Arbeit als Brücke zwischen dem asiatischen – dem japanischen Butoh – und dem westlichen zeitgenössischen Ansatz des Tanzes. Neben Performances für Bühnen realisiert sie sitespezifisch Interventionen im öffentlichen Raum, Living Installations und Performancekunst in Galerien, Museen und anderen Räumen, oftmals in Kooperation mit bildenden KünstlerInnen. Sie arbeitet häufig an sozio-politischen Themen, unter anderem seit Jahren für die Bewusstmachung der Gefahren des Missbrauchs der Atomkraft – mit Performances für den Atomic Bomb Memorial Day, bei der buddhistischen Pagode in Wien, in München und in der UNO-City in Wien, wo sie 2012 einen Flashmob gegen die Wiederaufnahme der Atomkraftwerke in Japan nach Fukushima organisierte und durchführte.


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