Theater

Hamlet ist tot. Keine Schwerkraft


hamlet ist tot. keine schwerkraft befasst sich mit dem menschlichen Verkrampfen im Ungewollten, mit dem Stillstand in der Perspektivlosigkeit. Erzählt wird von ­einem Familien- und Freundes­treffen, doch hinter dem Vorstadtparadies lauert die Hölle. Alle warten darauf, dass sich endlich etwas ereignet.

Die Dani und der Mani kommen aus der Stadt noch einmal nach Hause. Es ist der Fünfundneunzigste der Oma und außerdem ist der Hannes gestorben, ein Freund von früher. Also gibt es nach dem Schweinebraten ein Begräbnis. Auf dem Friedhof treffen Dani und Mani die Bine und den Oli, die sie lange nicht mehr gesehen haben. Die vier waren einmal sehr eng miteinander und nicht unkompliziert über Kreuz verbandelt. Jetzt sind Bine und Oli verheiratet. Irgendwie ist da für Dani und Mani nichts übrig geblieben und auch sonst nirgendwo. Fast so tot wie der Hannes sind sie, weil keiner mehr mit ­ihnen rechnet. Der Vater träumt vom totalen Anfang. Und die Mutter möchte der Oma, die einfach nicht sterben will, am liebsten eine Schnur am Treppen­absatz spannen, damit sie sich endlich das Genick bricht. Auf Hilfe von oben kann man nicht warten, weil der Himmel leider leer ist. Und es sterben ja dauernd Leute. Zigtausende. In Afrika zum Beispiel.

Ewald Palmetshofer, geboren 1978 in Linz, ist derzeit einer der erfolgreichsten österreichischen Dramatiker. Er wuchs in Mönchdorf im Mühlviertel auf und studierte in Wien Theologie, Philosophie und Psychologie. 2007 wurde er Hausautor am Schauspielhaus Wien. Im Jahr darauf wählte ihn die Kritikerumfrage der Zeitschrift „Theater heute“ zum Nachwuchsdramatiker des Jahres und er erhielt den Dramatikerpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft sowie eine Nominierung für den Nestroypreis in der Kategorie Bester Nachwuchs. hamlet ist tot. keine schwerkraft wurde 2008 zu den Mülheimer Theatertagen einge­laden. Palmetshofer lebt und arbeitet in Wien, wo er 2013/2014 am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst unterrichtet.

Palmetshofers Sprache ist eine sehr konkrete, sehr anschauliche Sprache. Sie gibt sich dialektal und salopp, ist dabei jedoch ein hochartifizielles Konstrukt und sehr bewusst musikalisiert. Diese Kunstsprache zeugt gleichzeitig von einer großen Sprachskepsis. Die Figuren hoffen auf ein Ereignis, das Neues möglich macht, können aber nicht sagen, was das Neue wäre, weil nur eine Sprache für das Alte vorhanden ist und sie das Neue gar nicht formulieren können.

Leitung:

Inszenierung
Katharina Schwarz
Bühne
Georg Lindorfer
Kostüme
Birgit Leitzinger
Musik
Mirella Kassowitz
Dramaturgie
Matthias Döpk

Besetzung:

Kurt, ein Vater
Thomas Bammer
Caro, eine Mutter
Katharina Hofmann
Oli, ein guter Freund
Bastian Dulisch
Mani, ein Sohn
Aurel von Arx
Dani, eine Tochter
Anna Eger
Bine, eine gute Freundin
Angela Waidmann


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