Oper · Theater

Hamlet im Theater an der Wien


Shakespeares Hamlet ist eines der berühmtesten Stücke der Weltliteratur. Seit 1602 beweist es in immer neuen Inszenierungen und Bearbeitungen seine ungebrochene Aktualität. Für das Shakespearejahr 2016 hat das Theater an der Wien einen neuen Hamlet in Auftrag gegeben: Der Schriftsteller Thomas Jonigk hat nicht einfach eine librettotauglich eingekürzte Version von Shakespeares Hamlet geschrieben, sondern hat auf die Quellen zurückgegriffen, aus denen schon Shakespeare sein Stück gestaltet hat.

So ist eine eigene Version des Stoffes fürs 21. Jahrhundert entstanden – ohne die Bindung an Shakespeare ganz zu tilgen. Der Kompositionsauftrag ging an Anno Schreier, Jahrgang 1979, der sich bereits erfolgreich als Opernkomponist etabliert hat und sich mit Hamlet am Theater an der Wien vorstellt.

Der alte König Hamlet ist tot, vermutlich vergiftet. Seine Witwe Gertrud schickt sich an, dessen Bruder Claudius zu heiraten. Mit ihrem Sohn Hamlet scheint sie ein allzu zärtliches Verhältnis zu haben, vermutlich deshalb und aus Gründen der Schicklichkeit billigt der Sohn die so schnell nach dem Tod des Vaters erfolgende Eheschließung nicht. Der junge Hamlet fühlt sich von allem überfordert: von der emotionalen Situation gegenüber seiner Mutter, dem Tod seines Vaters und dem latenten Anspruch, ihm irgendwann als König nach- folgen und daher ihn oder den neuen König, seinen Onkel Claudius, eventuell als Vorbild akzeptieren zu müssen. Zudem glaubt er zu wissen, dass Claudius seinen Vater getötet hat – wie soll er darauf reagieren?

Bald ist Gertrud schwanger, sie ist sicher, einen Sohn zu bekommen. Hamlet fühlt sich überflüssig und verfällt in Depressionen. Gertrud engagiert die Edelprostituierte Ophelia, die bereits den verstorbenen König bedient hat, damit sie Hamlet ablenke. Ophelia aber ist selbst durch die Umstände ihres Berufes depressiv geworden, sie und Hamlet erkennen ihre gemeinsame Gemütslage und verlieben sich ernsthaft ineinander. Gertrud stiftet nun Claudius an, Ophelia zu ermorden. Als diese tot ist, hetzt Gertrud Hamlet auf Claudius, um ihn loszuwerden, aber ungeplanterweise ersticht dieser Hamlet. Claudius bedauert öffentlich den Tod des Kronprinzen und formiert sich dann mit der schwangeren Gertrud zum Familienbild.

Musikalische: Leitung Michael Boder
Inszenierung: Christof Loy
Ausstattung: Johannes Leiacker
Licht: Reinhard Traub
Hamlet: Andrè Schuen
Der tote Hamlet: Jochen Kowalski
Gertrud: Marlis Petersen
Claudius: Bo Skovhus
Ophelia: Theresa Kronthaler
Ein Pastor: Kurt Streit

ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Arnold Schoenberg Chor (Ltg.: Erwin Ortner)

Auftragswerk und Neuproduktion des Theater an der Wien


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