Theater

Habe die Ehre


In der Komödie des jungen, in Wien lebenden, syrischen Arztes und Schriftstellers Ibrahim Amir gibt es kein Tabu und kein Klischee, das nicht durch den Kakao gezogen wird. Seine Figuren sind wie aus einem Tarantino-Film entsprungen, seine Dialoge sind klug, knapp und griffig.

Die Ehre der gesamten Familie wurde durch das schamlose Verhalten der Ehefrau in den Dreck gezogen. Glücklicherweise konnte ein gezielter Schuss auf ihren Liebhaber das Schlimmste verhindern. Zur vollständigen Wiederherstellung der Familienehre fehlt nun nur noch die Tötung der Ungetreuen, so wie es dem alten, ungeschriebenen Gesetz der Urväter entspricht.

Doch wer soll die Hinrichtung vollziehen?

Während im Nebenraum die Frau unter dem Einfluss von Schlafmitteln ihrer Tötung entgegendämmert, ringt der Familienrat, bestehend aus Vater, Mutter, Bruder, Ehemann und Schwiegervater um eine Entscheidung. Doch es ist gar nicht so einfach jemand geplant kaltblütig zu töten. Jeder versucht sich der vermeintlichen Pflicht zu entziehen: Faule Ausreden… alte Geschichten… plötzliche Krankheiten... jedes Mittel ist recht, um nicht zum Mörder der eigenen Tochter, Schwester oder Ehefrau zu werden. Und dann steht plötzlich die Polizei vor der Tür, der vermeintlich tote Liebhaber mit einer Pistole im Zimmer und von der Tochter fehlt auch jede Spur. In diesem Chaos beginnt sich „Der alten Väter Ordnung“ gänzlich aufzulösen. Jeder gegen jeden und alle um die Ehre.'

In der Komödie des jungen, in Wien lebenden, syrischen Arztes und Schriftstellers Ibrahim Amir gibt es kein Tabu und kein Klischee, das nicht durch den Kakao gezogen wird. Seine Figuren sind wie aus einem Tarantino-Film entsprungen, seine Dialoge sind klug, knapp und griffig.

Dem Autor gelingt mit seinem Debüt-Stück das Kunststück, eine Geschichte vom Ausmaß einer antiken Tragödie ins Wien von heute zu holen. Ganz nebenbei kreiert er dabei ein neues Genre: Die „Parallelgesellschaftskomödie“.

Inszenierung:
Hans Escher
Dramaturgie:
Bernhard Studlar, Wolfgang Stahl

Lichtgestaltung:
Stefan Pfeistlinger
Ausstattung:
Renato UZ

Mit:
Tania Golden, Maya Henselek, Alev Irmak, Astrit Alihajdaraj, Oktay Günes, Marcel Mohab, Boris Popovic, Michael Smulik, Erol Ünsalan


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