Theater

H - Ein konzertanter Annäherungsversuch an Hamlet und Cobain


Prinz Hamlet und Kurt Cobain, Brüder im Geiste, werden herhalten müssen, wenn sich ein einfacher Schauspieler, neidisch und demütig, diesen überlebensgroßen Figuren anzunähern versucht.

Idiot oder Ikone, Gitarre oder Krone, Sein oder Nichtsein, schreien oder nicht schreien, Hero oder Heroin. Was kann ein Mensch tun, der an der Welt und an sich selbst verzweifelt? Lustig sein. Songs schreiben. Sich in den Wahnsinn flüchten. Drogen nehmen. Sterben. Schlafen. Vielleicht auch träumen.

Kurt Cobain, geboren 1967 in Aberdeen, Washington, war als Gitarrist und Sänger der Band Nirvana einer der einflussreichsten Musiker der 90er-Jahre. Die chronischen Magenschmerzen unbekannter Ursache, die ihn unsagbar quälten, scheinen wie eine Metapher für einen Weltschmerz, den er in seiner Musik und in seinen Texten zwar poetisch und hochmusikalisch fruchtbar machen konnte, der aber letzten Endes zu seinem tragischen Ende führte: Er tötete sich 1994 mit einer Überdosis Heroin und einem Kopfschuss im symbolischen Alter von 27 Jahren. Die letzten Worte in seinem Abschiedsbrief stammen aus einem Song von Neil Young: „It’s better to burn out than to fade away.“

Hamlet, geboren von William Shakespeare, ist als Prinz von Dänemark eine der bekanntesten Theaterfiguren weltweit. Er kann als role model für den jugendlichen Helden gelten. Seine Sensibilität für Unrecht und seine Intoleranz gegenüber persönlicher Kränkung treiben ihn zu poetischen und philosophischen Höchstleistungen an und folglich in den Wahnsinn, der am Ende sämtliche Beteiligte ins Unglück stürzt. Er wird im Duell erstochen und vergiftet, und seine letzten Worte lauten: „The rest is silence.“

Prinz Hamlet und Kurt Cobain, Brüder im Geiste, werden herhalten müssen, wenn sich ein einfacher Schauspieler, neidisch und demütig, diesen überlebensgroßen Figuren anzunähern versucht.

EIN PROJEKT VON Florian Köhler und Viola Novak
DRAMATURGIE Elisabeth Geyer
MIT Florian Köhler


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