Pop / Rock

Mile Me Deaf / Catastrophe & Cure


CATASTROPHE & CURE (20h):
Man könnte es sich leicht machen und die Amadeus- Award-Gewinner 2013, CATASTROPHE & CURE als hübsche, junge Posterboys in knallenge Hosen abtun, die mit "Undeniable / Irresistible" (schoenwetter) ihre Reifeprüfung ablegen, um im Orchester der ganz Großen mitzuträllern. Sollte man aber nicht. Tut man das nämlich, übersieht man den Diamanten unter dem schwarzen Stück Kohle, das Wesentliche, das Erhebende an dieser Band, die so viel Freude macht. Die Oberfläche, fünf Steyrer Lifetime-Friends, Familienverhältnis und Sandkastenbruderschaft inklusive, verwässert aber zusehends, wenn man sich dem zweiten Album der Oberösterreicher hingibt. Die ersten zehn Sekunden des minimalistischen Kleinods "The Shore" machen deutlich, wohin sich das Raumschiff Catastrophe & Cure hinbewegt: zwischen Late-Michael-Jackson-Gedächtnis-Beats und einer verträumt schwelgerischen Gesangslinie bilden Gitarrenflächen und Synthlandschaften eine Dichotomie aus Harmonie und Melancholie, mit dem Wissen, dass die Flut jederzeit die Küste überschwemmen könnte. "Undeniable/Irresistible" erblüht zu einem Schmetterling von Album, ein Zitronenfalter in einer Welt voller Steine und Knochen. Bemerkenswert und mit Sicherheit der größte Entwicklungssprung gegenüber des Vorgängers "Like crazy doves" ist die manische Akribie, mit denen Catastrophe & Cure an ihren Arrangements arbeiteten, auch vor programmierten Drums und ungewöhnlichen Songstrukturen nicht Halt machten. Damit haben sie sich nun in erster Linie selber belohnt. Aber auch uns. Denen sie einen Herzensfreund von Album geschenkt haben.

MILE ME DEAF (21h):
Ursprünglich als Lo-Fi-Nebenprojekt des damals wie heute unermüdlichen Wolfgang Möstl 2004 gegründet, sind MILE ME DEAF zumindest live zu einer formidablen Band gewachsen, die sich auch auf dem aktuellen Album „Eerie Bits Of Future Trips“ (Siluh) wieder nicht ganz leicht dingfest machen lässt. Psychedelic könnte die große Klammer heißen, die den 10 mitunter länglichen Songs gemein ist. Das liegt sowohl an ungewöhnlichen Aufnahmetechniken (Smartphone) wie auch an den abenteuerlichen Arrangements. „Finally the punks are taking acid“ hieß es mal bei den Flaming Lips, hier waren es laut Info Kaugummi und Zigaretten. Wer sich dieses Jahr nur eine heimische Indie-Platte zulegen möchte, die sich nicht mit österreichischer Identität herumplagt, braucht nicht weiter zu suchen. Manuel Fronhofer (The Gap) hat es kürzlich trefflich ungefähr so gesagt: „Eh super, dass Wanda und Bilderbuch jetzt so viel Erfolg haben, aber mein Herz schlägt für MILE ME DEAF“.


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