Literatur · Theater

Grischka Voss - Wer nicht kämpft, hat schon verloren


Grischka Voss eröffnet den Abend mit einem autobiographischen Monolog, spielt mit dem Titel Briefe, in dem sie anhand ihrer eigenen Person die Frage stellt, was eigentlich „weiblich-“ und „männlich-Sein“ heute bedeutet. Anschließend liest sie aus ihrem neuen Buch.

Innerhalb von nur drei Jahren verlor Grischka Voss, Tochter des Bühnengiganten Gert Voss, ihre gesamte Familie. Erst die Großmutter, dann im Abstand von vier Monaten Vater und Mutter, nach fast zwanzig Jahren ging ihre Ehe in die Brüche, und zu guter Letzt starb auch noch ihre Katze … Aber Grischka Voss kann immer noch lachen. Ihre verrückte Kindheit in einer herrlich neurotischen Künstlerfamilie schildert sie mit dem ihr eigenen rabenschwarzen Humor. Ihr Buch ist ein spannendes Zeitdokument, das hinter die Kulissen der deutschen und Wiener Theaterlandschaft ab 1974, rund um Persönlich keiten wie Claus Peymann, Peter Zadek, Luc Bondy, George Tabori und Thomas Bernhard, blicken lässt. Um ihre Geschichten erzählen zu können – als Autorin, Schauspielerin und Regisseurin – musste sich Grischka Voss als Künstlerin erst einmal ihren Weg frei boxen, auch gegen familiäre Widerstände. Sie hat sich dabei als besessene Optimistin erwiesen. Berührend und schonungslos offen schreibt sie über das Abschiednehmen von ihren Eltern und deren Sterben – und über ihren Aufbruch in ein neues Leben, mit ihrem Sohn an der Hand, voller Zuversicht in die Zukunft.

Grischka Voss ist Schauspielerin, Autorin und Regisseurin und leitet seit 1997 „das bernhard ensemble“. Sie versteht sich als freie Geschichtenerzählerin mit starkem sozialen Anliegen, schuf zahlreiche Stücke für „das bernhard ensemble“, mit denen sie im In– und Ausland gastierte, spielt, inszeniert und zeichnet zumeist auch für Bühne und Ausstattung ihrer Produktionen. Seit 2012 gibt Grischka Voss regelmäßig anarchistische Kinder Theater Workshops, mit Schwerpunkt Fantasieförderung und Bewegung. – 2001 wurde Sie mit dem „Nestroy“ ausgezeichnet, weitere Nominierungen für den Theaterpreis folgten 2002 und 2014. 2016 wurde das von ihr gemeinsam mit Ernst Kurt Weigel für „das bernhard ensemble“ inszenierte Stück Wiener.Wald.Fiction nach Ödön von Horváth und Quentin Tarantino als beste Off Theater Produktion ausgezeichnet.


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