Kunstausstellung

Goldene Zeiten. Meisterwerke der Buchkunst von der Gotik bis zur Renaissance


In der Ausstellung „Goldene Zeiten“ präsentiert die Österreichische Nationalbibliothek über 80 einzigartige Exponate aus über 200 Jahren Buchkultur.

Großformatige Prachthandschriften der Gotik, die für Kaiser Friedrich III. angefertigte wurden, stehen neben Meisterwerken der Renaissance-Buchkunst wie den monumentalen Buchprojekten Kaiser Maximilians. Am 19. November 2016 eröffneten Generaldirektorin Johanna Rachinger, Stephan Füssel, Inhaber des Gutenberg-Lehrstuhls der Universität Mainz und Hans Jörg Schelling, Bundesminister für Finanzen, die Ausstellung, die beeindruckende Werke aus über 200 Jahren Buchkultur zeigt.

Die Schau findet im Rahmen der internationalen Ausstellungsserie „Meisterwerke der Buchmalerei des 15. Jahrhunderts in Mitteleuropa“ statt; insgesamt zwölf Bibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen dabei zwischen September 2015 und März 2017 die Highlights ihrer jeweiligen Bestände. Die Ausstellungen selbst und ihre Kataloge bieten dadurch eine noch nie dagewesene Fülle an Informationen zur mitteleuropäischen Buchmalerei im Zeitalter Gutenbergs.

Titelgebend für die Ausstellung im Prunksaal ist das von Herzog Albrecht III. im Jahr 1368 beauftragte Evangeliar des Johannes von Troppau: Der Text dieser Prachthandschrift ist in Gold geschrieben und ihr Einband wurde aus vergoldetem Silber gefertigt. Dieses Werk gilt als Gründungscodex der kaiserlichen Hofbibliothek und damit auch der Österreichischen Nationalbibliothek; es ist am Beginn dieser Ausstellung erstmals seit langem wieder im Original zu sehen. Ein weiterer Ausstellungshöhepunkt ist die Goldene Bulle in Gestalt jenes Prachtexemplars, das König Wenzel I. in Prag für sich anfertigen ließ: Dieses bedeutende Rechtsdokument des Heiligen Römischen Reiches wurde 2013 in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Den Abschluss der Ausstellung bilden wertvolle Buchdrucke und damit die „Gutenberg-Revolution“ des 15. Jahrhunderts: Aus dieser Epoche stammen das berühmte Wiener Heiltumsbuch und wertvolle Drucke, deren Holzschnitte auf Künstler wie Lucas Cranach zurückgehen. „Goldene Zeiten“ dokumentiert damit zugleich eine Medienrevolution, die vergleichbar mit der Erfindung des Internets ist.


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