Vortrag

Götz Aly - In wieweit begünstigte der Antisemitismus in Europa den Holocaust?


Wer die Praxis der Judenverfolgung untersucht, stößt unweigerlich darauf, wie geschickt die nationalsozialistischen Eroberer überall in Europa ältere, seit 1880 zunehmend nationalistische, national-soziale und antisemitische Bestrebungen einbezogen, um ihre Ziele durchzusetzen. So sehr die Tatherrschaft bei Deutschen (und Österreichern) lag, entsteht die mittlerweile verstärkt untersuchte Frage: Erschwerten oder erleichterten (vorausgegangene und zeitgleiche) antijüdische Maßnahmen die deutsche Herrschaft in den unterworfenen Ländern? Diskutiert und umrissen werden die damit zusammenhängenden Probleme der Forschung, aber auch der abwägenden Darstellung am Beispiel einiger Länder.

Götz Aly studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. Er arbeitete für die »taz«, die »Berliner Zeitung« und als Gastprofessor (u.a. an der Universität Wien). 2002 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis, 2003 den Marion-Samuel-Preis, 2012 den Ludwig-Börne-Preis. Zahlreiche Publikationen, u.a.: "Volk ohne Mitte" (2015); "Die Belasteten. 'Euthanasie'-Morde 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte“ (2013), "Warum die Juden? Warum die Deutschen? Gleichheit, Neid und Rassenhass 1800-1933" (2011); "Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus" (2005). Zahlreiche Übersetzun¬gen. Er gehörte 2004–2010 zu den Mitbegründern und Herausgebern der Quellenedition "Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das national¬sozialistische Deutschland 1933 – 1945".


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