Theater

Goethe: Faust


Goethe hat in seinem Lebenswerk mit großer Kraft und ungebremster Ironie unsere Welt vorgezeichnet. Wir hecheln hinterher. Nicht zu unserem Besten. Es ist das einzige seiner Werke, das Goethe ausdrücklich als „Tragödie“ bezeichnet hat. Das sollte uns doch zu denken geben….

In unserer Welt gilt immer noch die Wette zwischen Gott und Teufel – des Menschen Weg, nachdem er sich der technischen Magie verschrieben hat, führt augenscheinlich gradewegs in die Hölle. Fausts Schicksal erscheint da geradlinig und zwangsläufig:

Aus Liebe wird unbefriedigender Konsum (Gretchen); aus Lust wird Gier (Walpurgisnacht); aus Erkenntnisdrang werden künstliche Welten (Homunculus); aus Forschung wird Eroberung (Kolonisation); aus Gewinnstreben wird Gewalt (Philemon und Baucis).

Am Ende seines Lebensweges steht Faust vor einem grauen Nichts. Und dennoch. Irgendetwas macht den Triumph des Satans zunichte. Er verstrickt sich in den selbstgelegten Fallen. Ist das ein Hoffnungsschimmer auch noch für uns?

Nach den sehr erfolgreichen Vorstellungen im Jahre 2014 haben wir die Produktion wegen der großen Nachfrage nochmals auf den Spielplan gesetzt. Weil wir uns aber nicht einfach wiederholen wollen, wurde sie um einige Szenen erweitert und gründlich aufpoliert.

Theater, Film und Tanz ergeben einen multimedialen Zugang zu der wohl berühmtesten deutschen Dichtung. Goethes „sehr ernste Scherze“ haben es wahrlich nicht verdient in Museumsvitrinen zu verstauben. Oder besser: wir können es uns gar nicht leisten, an diesem Werk vorbei zu gehen.

Der originale Text in „leicht gekürzter“ Fassung

Fassung und Regie: Jürgen Kaizik

Assistenz: Nina Dillenz

Kostüme: Nora Scheidl

mit: Ines Kratzmüller, Vitus Wieser, Jürgen Kaizik

sowie im Film: Dagmar Schwarz, Hannes Gastinger, Wolfram Berger u. a.

Kamera: Alexander Schindler


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