Theater

Glaube Liebe Hoffnung


David Stöhr wird seine Sicht auf Horváths Drama in einer von ihm selbst adaptierten Fassung als Diplom-Inszenierung präsentieren.

Glaube Liebe Hoffnung
von Ödön von Horváth und Lukas Kristl

Diplom-Inszenierung von David Stöhr
Bühnenbild und Kostüme: Sarah Sassen,
Musik: Bernhard Eder, Dramaturgie: Dirk Brauner
mit Pauline Fusban, Stefan Gorski, Alina Hagenschulte, Lena Kalisch, Lennart Lemster, Vidina Popov, Andrei Viorel Tacu und Lukas Watzl.

Es herrschen Rezession und Arbeitslosigkeit. Elisabeth, jung und wild entschlossen, ihr Glück zu machen, bietet ihre zukünftige Leiche dem Präparator des Anatomischen Institutes an - weil sie „nichts mehr zum Fressen“ hat und dringend Geld benötigt, um eine Vorstrafe abzubezahlen, da sie ohne Gewerbeschein gearbeitet hat. Er borgt ihr, nicht ohne Hintergedanken, das Geld. Bevor sie jedoch ihre Schulden zurückzahlen kann, verliert sie ihre Arbeitsstelle. Daraufhin zeigt sie der Präparator an und sie wird wegen Betruges zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Als sich später ein junger Polizist in Elisabeth verliebt, verschweigt sie ihm den Gefängnisaufenthalt, doch ihre Vergangenheit kommt ans Licht und der Polizist muss sich zwischen ihr und seiner Karriere entscheiden…
Horváth beschreibt in seinem Stück aus dem Jahre 1932 den wahren Fall einer Korsettvertreterin: die zunehmende soziale Isolation einer jungen, tatkräftigen Frau, die an den Verhältnissen und an der sie verachtenden Gesellschaft scheitert.

Sie ging. Und als die Menschen kamen, sagte sie nichts, ihnen alles glaubend.
Die Menschen antworteten: Wir sind weder ein Gedanke, noch ein Gefühl, wir sind der Friede! Komm! Wir sind das Nichts. Aber sie sagte nichts, sie alle liebend.
Als die Menschen antworteten: Wir haben uns vergessen, denn ein Nichts können wir nicht behalten, sagte sie nichts, auf alle hoffend.
Wie sie aber sprechen wollte, antworteten die Menschen: Wir vergessen nichts, dein Fall ist friedlich. Und da sie nicht verstand, sagten die Menschen: Dir ist endlich Vernunft widerfahren. Als sie jedoch antwortete, verstand sie kein Mensch. Sie lag da mit gebrochenen und entstellten Flügeln und vernahm das stille Klagen einer nackten Welt, bevor sie ging.


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