Jazz · Film

Giorgio Conte/ Film: Brot und Tulpen


Giorgio Conte zündet ein originelles Feuerwerk seines universalen Sounds, der volkstümliche Einflüsse mit "Rive Gauche", Swing und "Canzoni d'autare" vereint. Ein Stimmungsbild welches zum Träumen an den bevorstehenden Urlaub einlädt

Die musikalischen Wurzeln des Chansonniers, der in Italien, schon längst aus dem Schatten seines älteren Bruders Paolo herausgetreten ist, liegen im Jazz der 50er Jahre und im französischen Chanson.

Große Brüder werfen lange Schatten! Aber im Fall des Giorgio Conte, im Hinblick auf seinen Bruder Paolo, lassen sich Parallelen nicht verleugnen. Hat doch Giorgio Conte allein durch sein Songwriting viel zum Erfolg seines Bruders Paolo beigetragen. Seine Wurzeln liegen im Jazz der Fünfziger Jahre, als auch in der französischen Musik jener Zeit. Offenen Ohres nimmt man seine Zusammenarbeit mit Künstlern wie Francesco Baccini oder Rossana Casale zur Kenntnis und bei seinen spektakulären Auftritten begeistern seine schillernde Bühnenpräsenz und sein unkonventioneller Stil. Plötzlich wird die große Musikalität seiner Lieder erkannt und die subtile Ironie seiner Texte verstanden.

PANE E TULIPANI / BROT UND TULPEN
2000. Silvio Soldini. OmU. mit Licia Maglietta. Bruno Ganz. Giuseppe Battiston.
in kleines Malheur – und schon fährt der Bus mit der Reisegesellschaft weiter. Zurück bleibt Rosalba, Hausfrau aus Pescara. Ihr Mann und ihre beiden Söhne bemerken lange nicht, dass sie fehlt. Rosalba hält Autos an, um nach Hause zu reisen. Einer der Fahrer fährt nach Venedig: Da war sie noch nie, morgen ist Sonntag – also, warum nicht? Sie sucht eine Bleibe für die Nacht und findet Fernando, einen romantischen Feingeist und Kellner (Bruno Ganz), der sie bei sich unterbringt. Am nächsten Tag findet sie sogar einen Job bei einem alten anarchistischen Blumenhändler. Für Rosalba beginnt ein neues Leben, kurzfristig und vorübergehend, eine Auszeit, in der ihre Missgeschicke abnehmen und ihr Glück wächst. Sie findet eine neue Freundin, die Masseurin Grazia – und nichts kann die Idylle stören. Auch der Amateurdetektiv Constantino nicht, den ihr Mimmo hinterherschickt. Über alle legt sich der Zauber, der Venedig allgemein nachgesagt wird. Und die Gedanken an Mimmo verblassen.
Soldini lässt Gondoliere & so beiseite, er zeigt die verwinkelten Gassen, düsteren Kammern des Stadtlabyrinths als Seelenlandschaft der Erwartung. Vielleicht kann man eine solch märchenhaft Emanzipationskomödie nur in Venedig drehen.


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