Theater

Gier


Liebe als Obsession und Utopie, als bedingungslose Hingabe, Besitzanspruch und Verweigerung.

Von Sarah Kane (Deutsch von Marius von Mayenburg)

Vier Menschen reden um ihr Leben, bedroht von einer Überdosis Sehnsucht. Das hört sich an wie ein Reisebericht von vier versprengten Individuen auf ihren sich kreuzenden Wegen durch die eigenen Abgründe, Verletzungen und
Wünsche. Oder das Selbstgespräch eines einzelnen menschlichen Bewusstseins, zerrissen von der unmittelbaren Erfahrung von Verzweiflung, Begehren und Verlust. Gier hat keine Handlung, keine klar konturierten Charaktere. Ein theatralisches Prosagedicht, das nur aus Sprache besteht, obszön und heilig zugleich, unschuldig, abgeklärt und verloren. Was sich in Kanes vorherigen Stücken als seelische Gewalt und Grausamkeit nach außen stülpt, wendet sich in Gier nach innen: Liebe als Obsession und Utopie, als bedingungslose Hingabe, Besitzanspruch und Verweigerung.


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