Theater

Gespenster


Eine kostbare Miniatur unter den Dramen von Thomas Bernhard. Nach Bernhard Minetti ist Gert Voss nun Bernhards herrlicher Theaterclown, angekommen im 21. Jahrhundert.

Gespenster gehen um auf Helene Alvings Landgut, Wiedergänger aus einer verdrängten Vergangenheit, die im Handlungsverlauf allmählich ans Licht treten. Erst als ihm zum zehnten Todestag ein Denkmal gesetzt werden soll und sein Sohn Osvald waidwund aus Paris heimkehrt, enthüllt sich das finstere Erbe des Kammerherrn Alving.

In einer lebensfeindlichen Umgebung sind Eltern wie Kinder und nicht zuletzt die – vielleicht – große Liebe irgendwie auf der Strecke geblieben. Nachdem sie jahrelang ihre vermeintliche Pflicht erfüllt hat, entscheidet sich Frau Alving nun für die Wahrheit. Doch manchmal ist es selbst für die Wahrheit zu spät.

Henrik Ibsens loderndes Familiendrama musste 1882 in Chicago uraufgeführt werden – zu massiv attackierte es die Stützen der norwegischen Gesellschaft und pietistische Moral. „Gespenster“ legt die abgründige Wirklichkeit frei, die Lebenslügen unter einer Fassade großbürgerlicher Respektabilität. Und wenn Osvald am Schluss nach der Sonne verlangt, scheint diese direkt aus der Hölle zu kommen.

Frau Helene Alving Kirsten Dene

Osvald Alving, ihr Sohn, Maler Markus Meyer

Pastor Manders Martin Schwab


Tischler Engstrand Johannes Krisch

Regine Engstrand, im Haus bei Frau Alving Liliane Amuat

Regie: David Bösch
Bühne & Kostüme: Patrick Bannwart
Licht: Felix Dreyer
Dramaturgie: Florian Hirsch


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