Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Gerhart Frankl – Rastlos


Die dreizehnte Fokusausstellung widmet sich dem Wiener Künstler Gerhart Frankl (1901–1965), der wie sein Vorbild Paul Cézanne etwas Bleibendes schaffen wollte, etwas von Bedeutung. So schrieb er 1925 an seine damalige Freundin und spätere Ehefrau Christine Büringer, Nichte von Sebastian Isepp: „Ich will kein ‚berühmter‘ Mann sein. […] Wohl aber will ich ein wahrhaft großer Mensch sein. Ganz und gar verantwortlich. Das ist das Wesentliche. […] Ich will kein Feuerwerk sein, wohl aber jeden Augenblick mit meinem Gewissen ‚à jour‘ sein.“

Frankl wählte nicht den Weg des geringsten Widerstandes und war selbst sein größter Kritiker. Er war der Gegenwart gegenüber aufgeschlossen und offen für Veränderungen, fühlte sich aber zugleich eng der Tradition verpflichtet. Neben Cézanne waren die alten Meister wie Tizian oder Rubens seine großen Vorbilder. Obwohl Autodidakt und nur wenige Sommermonate als Schüler Anton Koligs in Nötsch tätig, schuf er ein ungemein abwechslungsreiches und spannendes Œuvre, durchsetzt mit stilistischen und thematischen Sprüngen. Seine immaterielle Darstellung der Alpen in den späten Schaffensjahren – Frankl war ein begeisterter Bergsteiger und Motorradfahrer – zählt zu seinen künstlerischen Höhepunkten.

Die Ausstellung Rastlos fokussiert in Beispielen die Entwicklung der landschaftlichen Darstellung des Künstlers hin zu den formauflösenden Bergfantasien sowie seine enge Beziehung zum Belvedere, die in den Jahren 1947 bis 1949, während einer glücklosen Rückkehr aus dem Londoner Exil (ab 1938), durch eine spannende „Serie“ von Werken rund um die beiden Schlösser ihren künstlerischen Niederschlag fand. Das Ehepaar Frankl wohnte zu jener Zeit in zwei Räumlichkeiten des Unteren Belvedere, und Gerhart Frankl war über einen Werkvertrag in der Restaurierung des Hauses tätig. Eine sehr enge Freundschaft verband ihn mit Fritz Novotny und Klaus Demus. Zudem pflegte er Kontakte zu vielen Kunsthistorikern, etwa zu Kenneth Clark oder Ernst Gombrich, deren Einflüsse sich in seinen kunsthistorischen Vorlesungen niederschlugen.

Besonderen Anlass zu dieser Ausstellung gibt u. a. das umfangreiche Konvolut von Werken Gerhart Frankls, das durch das Legat des Sammlers Peter Parzer 2012 dem Belvedere übergeben wurde.


Vergangene Termine

  • Mi., 18.11.2015 - So., 03.04.2016

    Mo: 10:00 - 18:00 Uhr
    Di: 10:00 - 18:00 Uhr
    Mi: 10:00 - 18:00 Uhr
    Do: 10:00 - 18:00 Uhr
    Fr: 10:00 - 18:00 Uhr
    Sa: 10:00 - 18:00 Uhr
    So: 10:00 - 18:00 Uhr
    Dieser Termin hat bereits stattgefunden.