Vortrag

Gerhard Neuman, Anne Juren & Gabriele Brandstetter - Die Lust am Text


"Die Lust am Text, das ist jener Augenblick, in dem mein Körper seinen eigenen Ideen folgt – denn mein Körper hat nicht dieselben Ideen wie ich." (Roland Barthes)

GERHARD NEUMANN: Erotik und Wissen – Schreibszenen bei Roland Barthes
Der Mikrovortrag konzentriert sich auf die Erotik, die aus dem Wissen entbunden wird, das zwischen Körper und Schrift – als ‚Lebenstext’ (Barthes) – sich einstellt. Es ist der Eros, der uns antreibt, der uns mit der Welt und mit uns selbst, als dem größten Rätsel, bekannt macht. Es ist die Lust am ‚Erkennen’ im Doppelsinn von Eros und Philosophie.

ANNE JUREN: The point of pleasure
Die Lecture betritt das limbische System des (liegenden) Publikums, das zwischen konkret physischen Empfindungen und der Lust am Text navigiert: Ein Versuch, Poesie innerhalb der analytischen Terminologie und Theorie innerhalb der lustvollen Empfindung zu finden – im Moment, in dem der Intellekt den Verstand, das Skelett den Körper, die Empfindung die kulturellen Referenzen verlässt.

GABRIELE BRANDSTETTER: Der gewisse Körper. Suspensionen der Lust
Im Zentrum dieses diskursiven Moments stehen die sinnlichen Qualitäten der Lust am Text als Körperlust: Jene Stellen, von denen Barthes spricht – die klebrige Lektüre der Wollust; das Sich-Verlieren in Zwischenräumen; die Cohabitationen von Sprache und Bewegung; und das Schmatzen, zwischen Stimme und Text.

Gerhard Neuman ist Professor em. für Neuere deutsche Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Veröffentlichungen widmen sich u.a. Roland Barthes, Franz Kafka, Theodor Fontanen, Goethe, Lichtenberg, der Poetik und Editionswissenschaft.

Anne Juren gilt als eine der experimentierfreudigsten und ideenreichsten ChoreografInnen der jüngeren Generation. Sie lebt in Wien und tourt international mit Soli, Duetten und Gruppenstücken, zur Zeit: Master Programme in Choreography, MDT Stockholm.

Gabriele Brandstetter ist Professorin für Tanzwissenschaft an der Freien Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind v.a. Geschichte und Ästhetik des Tanzes vom 18. Jh. bis zur Gegenwart sowie sein Text-Bezug; zeitgenössisches Theater und Performance.

(c) by R.Rauschmeier

Eintritt frei


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