Klassik

Gerhard Muthspiel, Kontrabass, Midori Ortner, Klavier, Robert Holl, Bass u.a.


„Ich nenne es ‚Suite‘, weil es im Stil leichter ist, als etwa das Klavierquintett. Die Umstände und Mißstände, unter denen es entsteht, stehen in großem Kontrast zu der problemlosen und unbeschwerten Heiterkeit, die das Ganze durchzieht.“ Mit diesen knappen Worten umreißt der Komponist die merkwürdige Entstehung des Sextetts für Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier. Tatsächlich wirkt dieses Alterswerk des 76-Jährigen wie eine Flucht aus der Realität: Entstanden unmittelbar nach Kriegsende 1945 sucht der in mehrfacher Hinsicht heimatlos Gewordene Trost und Zuflucht in seiner Kunst. Die unüberhörbare Leichtigkeit und Unbeschwertheit des Tonfalls des Sextetts stehen dabei im krassen Gegensatz zu Pfitzners tatsächlicher Lebenssituation: der Zusammenbruch Deutschlands und damit auch seiner geistigen Welt, beides als Katastrophe empfunden, lassen Pfitzner nur noch den Blick zurück in eine „heile Welt“ – „um wenigstens in der Musik eine ideelle Schönheit zu retten.“ (Johann Peter Vogel) Zusätzlich zum Sextett op. 55 präsentiert Robert Holl den Vokalkomponisten Pfitzner mit drei Liedern: „An die Mark“ (Ilse von Stach) op. 15/3 sowie nach Joseph von Eichendorff „Nachts“ op. 26/2 und „Das Alter“ op. 41/3.

Harald Haslinger, Klarinette
Alexander Burggasser, Violine
Severin Endelweber, Viola
Bertin Christelbauer, Violoncello
Gerhard Muthspiel, Kontrabass
Midori Ortner, Klavier
Robert Holl, Bass
Albert Hosp, Moderation


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