Vortrag

Gerhard Medicus: Was uns Menschen verbindet


Was macht den Menschen zum Menschen? Wie hängen Körper und Geist zusammen, wie die Natur- und Geisteswissenschaften? Die Evolution hat an Leib und Seele Spuren hinterlassen. Deshalb erweisen sich evolutionäre Grundlagen als nützlich und notwendig auch für die Humanwissenschaften, die in der Trennung zwischen Natur und Geisteswissenschaften nach wie vor das Leib-Seele-Problem abbilden. Ausgehend von dieser Erkenntnis wird eine Theorie der Interdisziplinarität vorgestellt, um jenen Ufern näher zu kommen, die den Humanwissenschaften festen Boden für interdisziplinäres Erklären und Verstehen bieten. Dies wird im Buch an einer Reihe von Beispielen ausgeführt: an der Evolution freiheitserweiternder Leistungen wie Lernen, Reflexion und Kultur, an Aspekten des Sozialverhaltens, an der Evolution der Moralfähigkeit, an "opposed instincts" wie z.B. Aggression und Aggressionshemmung, an Verhaltensunterschieden der Geschlechter, an Bindungsverhalten und den Folgen von Bindungs- und Inzesttraumen und anderen. Das Wissen um biopsychische Verhaltensbereitschaften ist auch relevant für Anwendungswissenschaften, vor allem für Psychotherapie und Medizin. Dieses Wissen kann Spielräume erweitern – und damit auch die Freiheit, verantwortungsvoll zu handeln.


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