Vortrag

Gerhard Drekonja-Kornat: Vortrag über das sozio-kulturelle Brasilien


„Europa hat uns nichts mehr zu sagen“, schrieb vor einiger Zeit der brasilianische Literat Ignacio de Loyola Brandao, „wir sind auf der Suche nach unseren eigenen Einflüssen, wir sind dabei, unsere Kultur nach unseren Wurzeln auszurichten“.

Während das 19. Jahrhundert in Brasilien die Zeit der europäischen Mimikry war, brach im frühen 20. Jahrhundert die Suche nach der eigenen „brasilidade“ los und bestimmt auch heute noch, vor allem in den Bereichen Literatur und Musik, die kulturelle Praxis mit sehr kreativen und eigenständigen Schöpfungen, mit deutlichen Unterschieden zum „anderen“, zum hispanoamerikanischen Lateinamerika. Diese Suche setzt sich auch heute fort und verbindet sich mit einer wirtschaftlich-industriellen Potenz, die Brasilien zu einem wichtigen internationalen Player macht, ein Vorgang, der allerdings seine eigenen Widersprüche aufweist.

Gerhard Drekonja-Kornat, geboren 1939 im Kärntner Lesachtal, Studium in Wien und USA. Ab 1964 intellektuelle Vagabondage durch Lateinamerika als Neugieriger, Korrespondent, Entwicklungsberater, Risk-Analyst, später auch als Professor an der Universidad de los Andes in Bogotá, von 1990 bis 2008 Ordinarius am Lateinamerika-Lehrstuhl der Universität Wien. Inzwischen Emeritus und Gastprofessuren im karibischen Barranquilla, Kolumbien.


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