Klassik

Gérard Caussé, Viola & Minguet Quartett


Wie im Falle seiner 1. Sinfonie, an der er mit Unterbrechungen etwa 14 Jahre arbeitete, beschäftigte sich Brahms auch mit der Gattung des Streichquintetts über einen äußerst langen Zeitraum, ehe er ein entsprechendes Erstlingswerk präsentierte; hier liegen sogar rund 20 Jahre zwischen ersten Versuchen und dem Abschluss der Komposition. Während es auf dem Gebiet der Sinfonik galt, aus dem übermächtigen Schatten Beethovens zu treten, war es im Hinblick auf das Streichquintett vor allem Mozarts g-Moll-Werk, das Brahms ehrfurchtsvoll bewunderte.

Umso selbstbewusster entwickelte er in seinem 1. Streichquintett ein kühnes Formmodell, indem er den langsamen Satz und das Scherzo zu einem zentralen Satz verschmolz. Mit Brahms’ Werk teilt Bruckners einziger Gattungsbeitrag, der fraglos den Höhepunkt seines überschaubaren kammermusikalischen Schaffens darstellt, neben der Tonart F-Dur auch die Verbundenheit mit der von Mozart begründeten Besetzungstradition, in der statt der später von Schubert geprägten Verwendung eines zweiten Violoncellos eine zweite Viola zum Einsatz kommt. Das Intermezzo entstand auf Wunsch des Geigers Josef Hellmesberger sen., dem Auftraggeber des Quintetts, und war ursprünglich als Ersatz für das von ihm als unspielbar abgelehnte Scherzo gedacht.


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