Vortrag

Gerald Domenig: W m r – Schusswaffe rettet Schauspieler vor dem Ertrinken


Wie beschreibt man eine Fotografie – ein gutes und ein schlechtes Beispiel. Wie schreibt man über Fotografie? Ist fotografierte Schrift Literatur? Wie kommt die Fotografie in die Literatur? Wie kommt sie wieder heraus? Fragen dieser Art, parallel zu einer Diaprojektion. Die Versuchung ist groß, in der Diaprojektion die Fotografie zu sehen und im vorgelesenen Text die Literatur. Aber wie wir wissen, ergibt beides zusammen das Theater. (Gerald Domenig)

Gerald Domenig, geboren 1953 in Villach, ging in den 1970er-Jahren zunächst nach Düsseldorf und später nach Frankfurt am Main, um Kunst zu studieren. Die bevorzugten Medien des in Frankfurt lebenden Künstlers sind Fotografie, Zeichnung und Text, die von einer formalen Strenge und gleichzeitiger thematischer Offenheit gekennzeichnet sind. In Hinblick auf eine Konstruktion von Wirklichkeit verwendet der Künstler Zeichnung und Fotografie quasi diametral entgegengesetzt. Während die Arbeit mit dem Bleistift als eine Annäherung an die Welt begriffen werden kann, sind die meist schwarzweißen Fotografien nicht bloß ein Abbild der Realität. Sie sind immer mehr als das, nämlich eigenständige Bilder einer Situation, eines Ortes. Domenig, der stets analog fotografiert, die Filme selbst entwickelt und die Vergrößerungen herstellt, versteht Fotografie als Technik der Bildkonstruktion, der Überführung von Raum in die Fläche, als Auflösung des Abgelichteten ins Bild.

Gerald Domenigs Ausstellung Awåragaude? ist noch bis 19. Juni 2016 in der Secession zu sehen.


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