Kunstausstellung · Fotografie Ausstellung

Georgia Creimer und Thomas Reinhold: liquid : morph


Die in Brasilien geborene Georgia Creimer und der Wiener Thomas Reinhold loten in der Ausstellung Gemeinsamkeiten in ihrem Schaffen aus.

Obwohl von der Werkgenese vollkommen verschieden, ergeben sich in dieser gemeinsamen Ausstellung überraschende Schnittstellen. Sowohl Creimer als auch Reinhold verfremden, dekonstruieren und überschreiben Ausgangsformen, holen sie verzerrt wieder ins Bild hinein und fordern geradezu auf, neue Wahrnehmungsmuster zuzulassen.

Ausstellungseröffnung: Montag, 22. Februar, 19.00 Uhr
Begrüßung: Alfred Wurmbrand (Geschäftsführer Würth Österreich), Elisabeth Kreuzhuber (Art Room Würth Austria)
Musikalisches Programm: Timur Sijaric (Komposition / Saxophon), Djordje Davidovic (Akkordeon), Jelena Davidovic (Akkordeon), Aleksandar Jovancic (Akkordeon).

Thomas Reinhold
Der 1953 geborene Thomas Reinhold entwickelt auf der Leinwand eine eigene Welt, in der er versucht, mit den Möglichkeiten der Malerei dem Ursprung von Gestaltung auf den Grund zu gehen. Seine meist großformatigen Tafelbilder entstehen im Prozess des steten Überprüfens bildnerischer Möglichkeiten. „Die Abstraktion spielt in meiner Malerei keine wirkliche Rolle“, so der Künstler über seine Arbeit. „Mein Interesse gilt eher der Medienreflexion, dem Strukturellen und Prozessualen. Und dem Konzept einer Innovation des malerischen Raumes, der durch Überlagerung von Schichten wie von alleine wächst.“ Die Leinwand wird auf Kisten aufgebockt und flüssige Farbe in die Nähe einer skizzierten Linie geschüttet. Die Farbe wird mit den Händen längs der Innen- oder Außenfläche der Kreisformen geschoben und rinnt über die angehobene Leinwand. Diese kontrollierte Einbeziehung des Zufalls führt definitiv zu einem anderen Ergebnis als eine aktionsgeladene spontane Schüttung. Durch die Wucht der Farben und die zuweilen beachtliche Größe haben seine Bilder eine unbändige Kraft und Raumpräsenz.

Georgia Creimer
Auch in der Arbeit von Georgia Creimer, die 1964 in Sao Paulo geboren ist, spielt das Zufällige, nicht Vorhersehbare eine Rolle. Die körperhaften, geheimnisvollen Formen ihrer „Biome“ entwickelt sie aus „halbblinden“ Zeichnungen mit geschlossenen Augen, die danach zur Form vervollständigt werden. Aus der verinnerlichten, intuitiven freien Gestik entstehen amorphe Gebilde deren Formensprache Assoziationen mit der Welt des Organischen, der Biologie, des Amorphen und der Biotechnik weckt.
Ganz anders entstehen Creimers „Pissbilder“: Ein Jahr lang fotografierte die Künstlerin Spuren von Hundeurin auf Gehsteigen in Wien mit ihrem iPhone.


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