Theater

Geld, Parzival



Die Bearbeitung des Parzival-Stoffes, die der Dramatiker Joël László als Auftragswerk für das Vorarlberger Landestheater und Theater Marie entwickelt, blickt tief in das Herz unseres besitzgetriebenen Systems, untersucht seine mannigfaltige Wirkung auf die menschliche Seele des Einzelnen ebenso wie auf unser Sozialgefüge in seiner Gänze, erforscht den Einfluss einer hochliberalen Wirtschaftsordnung auf tradierte Werte wie Solidarität, Empathie und Gerechtigkeitsempfinden.

JOËL LÁSZLÓ - URAUFFÜHRUNG
INSZENIERUNG: OLIVIER KELLER

Was ist uns heute noch heilig, was ist der Gral, dem wir alle nachjagen, das Ziel, zu dem wir alle streben? Die Frage ist rhetorisch, denn die Antwort kennt jedes Kind: Du bist, was du hast. Besitz verleiht Macht. Reichtum macht glücklich.
Essenzielle menschliche Bedürfnisse wie Wohlbefinden, ein angstfreies Leben, Zufriedenheit sind längst kommodifiziert. Bessere medizinische Versorgung kann man kaufen. Einen sicheren Wohnort muss man sich leisten können. Seelische Gesundheit ist eine Ware, per App optimiert, im praktischen Abo.

Die Bearbeitung des Parzival-Stoffes, die der Dramatiker Joël László als Auftragswerk für das Vorarlberger Landestheater und Theater Marie entwickelt, blickt tief in das Herz unseres besitzgetriebenen Systems, untersucht seine mannigfaltige Wirkung auf die menschliche Seele des Einzelnen ebenso wie auf unser Sozialgefüge in seiner Gänze, erforscht den Einfluss einer hochliberalen Wirtschaftsordnung auf tradierte Werte wie Solidarität, Empathie und Gerechtigkeitsempfinden. Und nähert sich dabei der Vorlage ganz eigensinnig:
„Wolfram von Eschenbachs PARZIVAL lässt sich kaum nacherzählen und schon gar nicht in einigen Zeilen zusammenfassen. Meine Bearbeitung des Stoffs versucht sich mutwillig an dieser Fülle zu orientieren und eine Mitschrift und Überschreibung zu liefern, die sich einem Zuviel an Handlungen und Personal öffnet. Sie visiert dabei eher den Horizont einer Netflix-Miniserie an, als von Anfang an ein neunzigminütiges Kondensat im Auge zu haben“, kündigt László uns an. Wir sind gespannt!

Koproduktion mit dem Theater Marie

  • Do., 22.10.2020

    19:30
  • Fr., 23.10.2020

    19:30
  • Sa., 14.11.2020

    19:30
  • So., 15.11.2020

    19:30