Kunstausstellung

Gelatin – Die Winter Show


Die gegenwärtige Ausstellung zu Jahresbeginn heißt Die Winter Show und entsprechend sind nur monochrom weiße Bilder in einem weißen Raum mit abgerundeten Ecken zu sehen.

Die Gelitin-Ausstellung in New York im Herbst 2012 firmierte unter dem Titel The Fall Show, weil hier Skulpturen von ihren Sockeln fielen. Die gegenwärtige Ausstellung zu Jahresbeginn heißt Die Winter Show und entsprechend sind nur monochrom weiße Bilder in einem weißen Raum mit abgerundeten Ecken zu sehen. Hinzu kommen weiße Sitzkissen mit Überraschungseffekt auf einigen Gelatin-Möbeln.

Die detailreichen Bilder aus Plastilin und Paraffin erinnern weniger an Schnee- als an von organischem Leben durchzogene Meereslandschaften, obwohl sie weitaus abstrakter sind, als frühere Plastilinarbeiten. Sie bewegen sich zwischen Gestaltetem und Ungestaltetem. Das Formlose, das Informe ist nach Bataille performativ. Es existiert operational, nicht als einfache Negation der Form, sondern als fortwährender Unfall bzw. Zufall. Gelatins Bilder entstehen in einem kollektiven Prozess, der potenziell immer weiter geführt werden könnte, auch wenn er zu einem bestimmten Zeitpunkt beendet wird.

Im Boltenstern.Raum zeigen die Künstler unter dem Label Gelitin unter anderem ein von Struktur und Aufbau vergleichbares aber schwarzes Bild, das eine völlig andere Wirkung entfaltet, die nicht einfach als Umkehrung beschrieben werden kann. Gleich einem schwarzen Loch, das Materie schluckt, verdichten sich hier Oberfläche und Intensität. Gelatin/Gelitin begegnen dem Dilemma der korrumpierten Form, dass auch die Antiform immer wieder selbst zum Formalismus wird, mit vitalem, manchmal hemmungslosem Humor.


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