World Music

Ganes



Des Ladinischen, eines rätoromanischen Sprachreliktes aus den Dolomiten, sind heute nur mehr ganz wenige Menschen mächtig. Die drei Musikerinnen aus dem kleinen Südtiroler Dorf La Val bleiben auch auf ihrem vierten Album "Caprize" der Tradition treu, ihre metaphorischen Texte in dieser "alten" Minderheitensprache zu singen - und dennoch dabei berückend modern zu klingen.

Bei ihrer musikalischen Herangehensweise hat sich nämlich - seit Ganes auf Hubert von Goiserns Konzertschiff bei der Linz-Europa-Tour 2009 sangen - viel verändert. Das Trio befreit sich in den neuen, überraschend vielfarbigen Kompositionen von mancher stilistischen Gewohnheit. So synchronisieren Ganes in den Stücken von "Caprize" auf sinnlich-sensible oder ironisch-kecke Art Gefühle von Verzweiflung, Tod, Geborgenheit, Sehnsucht und Liebe in phantasiereiche, vielfach eruptive, im positiven Sinne "capriziöse" Klangmuster. Deutlich wird dies etwa, wenn Hackbrett und Violine auf die legendäre 808 Drum Machine der 80er und Klavier treffen.

Immer im Zentrum dieser schillernden Kapriolen stehen die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling, die alle Songs selbst komponieren. Ganes' filigrane Streicherarrangements, für die man sie seit den Anfangstagen liebgewonnen hat, geben den individuellen Stimmen neuerdings viel mehr Raum, bevor diese im Chorus wieder zur betörend feenhaften Dreistimmigkeit verschmelzen.

Bei allen Regelverstößen, die "Caprize" so spannend machen, schaffen es Ganes, auf ihre ureigene, wundersame Weise sich treu zu bleiben und verbeugen sich mit einem Augenzwinkern vor ihrem Publikum. Und währenddessen hört man hingerissen zu, staunt über die Kompositionen, die klugen Arrangements und das Bild der drei Frauen, die sich die Bälle lust- und klangvoll zuspielen.

  • Mi., 22.02.2017

    20:00
  • Do., 23.02.2017

    20:00
  • Fr., 24.02.2017

    20:00
  • Sa., 25.02.2017

    19:30