Theater

Galeb / Die Möwe


Aus einer tiefen, stillen und fast leeren Bühne tauchen Menschen auf, erfüllt von Leidenschaften, aber unfähig, diese zu leben. Sie sinnen über ihr Dasein und die Kunst – um dann wieder zu verschwinden oder als Beobachter in einer skurrilen Szenerie zu verharren. Sehen wir jetzt die Figur der Mascha oder sehen wir ganz einfach eine Schauspielerin, die diese spielt? Und wer ist dieser Bühnentechniker, der so ganz selbstverständlich seine Arbeit tut?

Der kroatische Regisseur Bobo Jelčić verzichtet in seiner Inszenierung der Möwe auf jedes vertraute Tschechow-Ambiente, sprengt, ohne den Autor je zu verraten, gekonnt Konventionen bisheriger Lesarten und lässt seine Schauspieler mit traumwandlerischer Sicherheit auf dem trügerischen Grat zwischen Realität und theatraler Fiktion balancieren. Vielleicht treffen seine Protagonisten gerade deshalb den Wesenskern der Figuren so präzise.

Nach einer ersten Einladung im Jahr 2000 mit Usporavanja und Nesigurna Priča (Verlangsamungen und Eine unsichere Geschichte) ist Bobo Jelčić nun mit dieser international gefeierten Inszenierung zu Gast bei den Wiener Festwochen.


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