Jazz

Gabriel Royal


Ein musikalisches Naturtalent mit einem außergewöhnlichen, persönlichen Stil - so könnte man Gabriel Royal anfänglich beschreiben.

Gabriel Royal begann früh zu singen. Seine Mutter ist davon überzeugt, er hätte es schon als Baby getan. Später als Kleinkind erdachte er sich erste Lieder, um sie den Bäumen vorzusingen. Und doch schlug er als Student zunächst eine andere Laufbahn ein, eine die mehr mit den Augen als mit den Ohren zu tun hatte. Er wurde Kunstlehrer, einer, der Musik zunächst nur für Freunde machte. Mit Johnny Polygon, einem Musikerfreund, ging er auf Tournee. So kam er auf den Geschmack, ohne eine Route durch den Dschungel zu wissen. Aus Muskogee, Oklahoma stammend, lebte Royal damals schon in New York.

Eines Tages kam er völlig abgebrannt auf die Idee, in der U-Bahn zu spielen. Weil er sein Piano nicht mitnehmen konnte, versuchte er es im Untergrund mit dem Cello. Nicht weniger als fünf Jahre feilte er an seiner fragilen Kunst. Man kann gar nicht ermessen, wie viele Passanten in dieser Zeitspanne an ihm vorbei hetzten. Beeinflusst von Burt Bacharachs sublimer Komponierkunst, von Stevie Wonder, aber auch von sensiblen Neutönern wie Janelle Monáe, James Blake, Flying Lotus und Thundercat entstand so seine ebenso luftige, wie melodiös-zwingende Liedkunst.

Seit Juni 2016 muss man nicht mehr mit dem L oder G Train in New York fahren, um die helle, soulige Stimme Gabriel Royals zu hören. Damals hat er sein Debütalbum ediert. Leider bislang nur in digitaler Form auf Apple Music. Seine Auftrittsorte haben sie auch in New York verändert. Heute spielt er in renommierten Venues wie dem Blue Note Jazz Club und dem Poisson Rouge (dem ehemaligen Village Vanguard) auf. Und nun auch im Rahmen des Jazz Fest Wien im hiesigen Jazztempel Porgy&Bess.


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