Theater

Fuck U Shima


Fabian hat die Schnauze voll. Jeden Tag diese Horrormeldungen. Man kann den Fernsehapparat nicht mehr aufdrehen, ohne dass einem das Leid und das Elend entgegen schwappen und einen so fest packen, dass man kaum noch Luft bekommt. Und seit diese Sache mit Fukushima passiert ist, scheinbar sowieso alles im Arsch. Obwohl sich die Experten nicht einig sind, ob die giftige Wolke schon morgen zu uns kommt oder eh erst nächste Woche, ist die Botschaft absolut klar: Wir sind verdammt, egal was passiert. Also sagt sich Fabian, wenn wir eh alle demnächst drauf gehen, dann mache ich nicht mehr mit. Ich weigere mich, so weiter zu machen wie bisher. Ich weigere mich, ein bedeutungsloses Leben zu leben. Die Durchschnittsfalle wird bei mir nicht zuschnappen.

Also beschließt Fabian, ab jetzt nur noch Dinge zu tun, die wirklich wichtig sind, die wirklich eine Bedeutung haben. In die Schule gehen? Sicher nicht. Wenn morgen die Welt untergeht ist das Letzte, was man brauchen kann, eine Kurvendiskussion, es sei denn es geht um die Kurven der Frau, mit der man seine letzte Nacht verbringt. Knutschen mit irgendwelchen Mädchen in irgendwelchen Bars? Sicher nicht. Wenn man schon morgen drauf gehen muss, dann sollte man wenigstens noch einmal gespürt haben, was wahre Liebe ist. Ab jetzt wird wertvoll und nachhaltig gelebt und keine Sekunde soll verschwendet werden, weil es die letzte Sekunde sein könnte, die einem bleibt. Aber wie kann man wertvoll und nachhaltig leben? Was bedeutet das überhaupt, nichts zu verschwenden? Was ist im Leben wirklich wichtig? Was verschafft einem Leben wirklich Bedeutung?

Im Anschluss an die Vorstellung am Do. 23. Okt. um 19:30 findet ein öffentliches Publikumsgespräch statt.

Autor, Regie und Spiel: Holger Schober | musikalische Leitung, Komposition: Sue-Alice Okukubo |
Visual Artist: ENSCHA


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