Kunstausstellung

Carl Johan Högberg und Niamh O’Malley


Der Grazer Kunstverein zeigt zwei Einzelausstellungen der Künstler Carl Johan Högberg und Niamh O’Malley.

Die Gemälde Carl Johan Högbergs sind merkwürdig. Unbestreitbar figurativ, trotzdem völlig unerwartet. Die Geschichten dahinter sind sogar noch verblüffender. Nehmen wir zum Beispiel seine aktuelle Faszination, Hélène Smith, eine wohlbekannte Hellseherin in der Schweiz des 19. Jahrhunderts, die angeblich mit Marsmenschen kommunizierte und Surrealisten von Paris bis nach Genf inspirierte. Die Zeiten überbrückend geht Höberg eine Verbindung mit der missverstandenen Muse ein und hinterfragt dadurch die Berechtigung einer solchen Auseinandersetz- ung mit einer Legende, deren Wahrheitsgehalt niemals vollständig geklärt werden kann.

In Högbergs Ausstellung geht es zum großen Teil um Empathie. Um die Ethik der Interpretation, das Medium der Meditation, und die Unmöglichkeit des Hörens der eigenen echten Stimme oder jemandes Blick durch den großen Sturm der Geschichte zu treffen. Ein neuer Schritt des sich entwickelnden Œuvres wird im Grazer Kunstverein ausgestellt – bestehend aus Gemälden, Wandteppichen und skulpturalen Installationen.

Niamh O’Malleys Kunst zeigt eine profunde Wertschätzung für den Akt des Versuchs. Zu versuchen einen bestimmten Winkel Lichts einzufangen, zu versuchen ein Muster zu prüfen oder eine Komposition offenzulegen, zu versuchen einen Berg zu begreifen, zu versuchen die Zeit anzuhalten. Mittels bewegtem Bild, Zeichensetzung und skulpturalen Materialien wie Glas und Holz versucht O’Malleys Werk das Gewicht und das Wunder der Welt in seiner Entstehung einzufangen und zu reflektieren. Es ist jener Versuchsakt im Angesicht vorhersehbaren Scheiterns, der die Überzeugung und ein Gefühl der Hoffnung in der Arbeit der Künstlerin zugänglich macht. Voll Reflexion, sowohl buchstäblich als auch metaphorisch, angereichert durch Abwesenheit und umgeben von Negativraum, bringt O’Malleys Werk etwas Unaufhaltsames im menschlichen Geist zur Geltung, etwas das weder Entfernung noch Tod auslöschen kann.

Foiled Glass ist O’Malleys erste große Ausstellung in Österreich. Sie zeigt eine Auswahl von Video- und skulpturalen Arbeiten, entstanden zwischen 2013 und heute, sowie ein neues ortsspezifisches Gemälde entlang der Außenfläche des Grazer Kunstvereins.


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