Literatur · Theater

Fritz Grünbaum - Kabarett in der Hölle


Essay von Helmut Korherr mit zahlreichen Textbeispielen
Vorgetragen von Stephan Paryla-Raky

Geboren wird Fritz Grünbaum am 7. April 1880 in Brünn. Er durchlebt eine behütete Kindheit. Nach dem Besuch der Volksschule absolviert er mit guten Leistungen das deutsche Gymnasium in Brünn und maturiert 1899.
Mit 18 Jahren inskribiert er sich in Wien für ein Jus-Studium, der Dr. jur. bleibt jedoch ausständig, d.h. er studierte nicht fertig. Während seines Studiums verdient er seinen Unterhalt durch zahlreiche Nebenjobs, bis er eher zufällig im Kabarett "Hölle" seine Karriere als Komiker beginnt.
Die Kriegsbegeisterung des Ersten Weltkrieges zieht an ihm nicht spurlos vorüber. Er meldet sich als Freiwilliger und wird hochdekoriert. Nach dem Krieg pendelt er zwischen Berlin und Wien. Er lernt zu jener Zeit Karl Farkas kennen. 1930 schreibt er u.a. Texte für Filme und verdient sich als Schauspieler in kleinen Rollen sein Geld. Noch vor dem Einmarsch der Nazis in Wien im Jahre 1938 dürfen Farkas und Grünbaum das "Simpl" nicht mehr betreten. Farkas gelingt die Flucht, Grünbaum will nach Bratislava reisen, wird an der Grenze zurückgewiesen, kommt ins Gefängnis – wo er Bruno Kreisky kennenlernt. Fritz Grünbaum wird ins KZ Buchenwald deportiert, gequält, erniedrigt und körperlich gezüchtigt. Er erkrankt aufgrund seiner schwachen körperlichen Konstitution, wird ins KZ Dachau überstellt. Die Vermittlungsversuche seiner Frau bleiben erfolglos. Zu Silvester 1940 macht Grünbaum wieder bei einem der heimlichen Kabarett-Abend mit - in dieser wahren Hölle unter entsetzlichen Umständen. Kurz danach misslingt ihm ein Selbstmordversuch.
Bald darauf - am 14. Januar 1941 stirbt Grünbaum - angeblich an "Herzlähmung".

Eintrittspreis 15,- €/ StudentInnen und Vereinsmitglieder 12,- €
Foto: Korherr


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