Kunstausstellung

Fritz Aigner & Auguste Kronheim - Long For Ireland


An der Linzer Bundesgewerbeschule in der Goethestraße, die sie ab 1952 besucht, lernt die junge Auguste Kronheim Fritz Aigner kennen, den sie 1956, mit nur 19 Jahren, heiratet. Die Ehe hält zwar nur sechs Jahre, ist aber für die künstlerische Entwicklung beider Künstler prägend und fruchtbar. Zeugnis davon sind auch gemeinsame Ausstellungen. Irland wurde nicht nur zum biografischen Angelpunkt der kurzen Ehe, sondern ist der Ausgangspunkt der expressivsten Arbeiten sowohl von Auguste Kronheim als auch von Fritz Aigner. Kronheim saugt die archaische Gesellschaft des irischen Landlebens der 60er Jahre auf und verdichtet sie in ausdrucksstarken aber auch poetischen Holzschnitten, die in der Tradition des deutschen Expressionismus stehen. Für Fritz Aigner wird Irland zu einem speziellen Sehnsuchtsort: Die in Irland entstanden „Irischen Zeichnungen“ sind die qualitativ hochwertigsten Arbeiten in seinem Werk, nehmen aber nicht auf das Lokalkolorit Bezug, sondern verarbeiten allgemeine Themen in oft dämonischen Allegorien. Neben diesen irischen Arbeiten zeigt die Ausstellung auch die weitere Entwicklung dieser beiden künstlerischen Ausnahmepersönlichkeiten: Auguste Kronheim bleibt dem Ausdrucksmittel des Holzschnitts treu, findet bis 1980 aber ihren ganz eigenen, stark feministisch geprägten Stil, der bis heute nichts an seiner Aktualität verloren hat. So sind Ihre Werke die große Wiederentdeckung bei der Eröffnungsausstellung der Albertina Modern und gelangen nun zur musealen Würdigung, die längst überfällig war. Von Fritz Aigner zeigen wir neben einigen musealen, irischen Zeichnungen und Gemälden aus der Zeit bis 1975 auch einen eigenen Werkblock von 1968, der während seiner Zeit in London entsteht. Er verarbeitet hier auf zeichnerisch höchstem Niveau all seine neuen Eindrücke der Metropole, die sich ganz anders als Linz, Wien aber auch das ländliche Irland präsentiert. Auf Kronheim und Aigner passt ein Zitat des Iren James Joyce: „Das Leben eines Entwurzelten scheint mir viel weniger verächtlich als das Leben eines Menschen, der sich mit der Tyrannei des Durchschnitts abfindet.“


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