Pop / Rock

Frittenbude


Einmal Ravepop mit Scharf, bitte: Drei in Berlin heimische Bayern, die seit 13 Jahren gegen das falsche Leben rebellieren und das richtige umso härter feiern, können nicht irren. In der Frittenbude rockt es, mal kryptisch, mal plakativ, always süchtig nach Glück.

Und ja, frisches Futter gibt es auch: in Form der großen Schlachtplatte "Rote Sonne". Ein Album, das die latenten Widersprüche der Band perfekt einfängt und wiedergibt: Immer fragend und unzufrieden mit den herrschenden Zuständen ziehen sich die Texte von Sänger Johannes Rögner durch das stimmige aber experimentierfreudige Soundbild von Martin Steer und Jakob Häglsperger. Wut trifft auf Liebe, Sucht auf Klarheit und Aggression auf Lässigkeit. Denn zu wissen, dass man kämpfen muss, führt nicht automatisch zu Bitterkeit. Selten hat man dieses Lebensgefühl so deutlich gespürt.

In ihrer Bandgeschichte haben sie schon auf allem gespielt was irgendwie mit einer Bühne zu vergleichen wäre, und auch auf richtigen Bühnen natürlich; sie haben Scheunen & Wohnungen zerdeppert, vom FOH Turm des Beatpatrol Festival runtergespielt als die Bühne unter Wasser stand, Hallen gefüllt, Festivals abgebrochen, Polizei-Einsätze ausgelöst, wurden von Bauern mit Gläsern beworfen und haben von Queers Küsse kassiert. Das alles ist viel, aber sicherlich kein Grund überheblich zu werden. Im Gegenteil.

Aus den Jungs, die ihr erstes von inzwischen fünf Alben im eigenen Jugendzimmer produzierten, ist eine Band geworden, die trotz des jahrelangen Hypes zu ihren Überzeugungen steht: DIY, Haltung beweisen und kein Applaus für Scheiße. Hoch die Fritten!


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