Literatur

Friedrich Achleitner - wortgesindel



Schnörkellos, hintersinnig, ironisch und absurd: Friedrich Achleitners literarische Miniaturen.

Herr Feige und Herr Mut unterhalten sich über einen mutmaßlichen Feigling; in des Teufels Küche sitzt ein Möchtegern, der keiner sein will; ein besoffener Kapuziner und ein Mohr im Hemd gehen am Wiener Stephansplatz auf einen Türkischen Honig; und im Hinterzimmer des Braugasthofes findet ein sechzigjähriges Maturatreffen statt. Friedrich Achleitner, der als Mitglied der legendären Wiener Gruppe einst die Mythen der traditionellen Poesie in ihre Teile zerlegte, geht dem Sinn, dem Hintersinn, aber auch dem Unsinn der Wirklichkeit auf den Grund. Auf pointierte Weise spießt er Redensarten auf, karikiert Phrasen und hinterfragt modische Begriffe.

Friedrich Achleitner, *1930 in Schalchen (OÖ), Architekturstudium bei Clemens Holzmeister an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Zunächst freischaffender Architekt, von 1955-64 Mitglied der „wiener gruppe“. Lehrt ab 1963 an der Akademie der Bildenden Künste; 1983-98 Lehrkanzel für Geschichte und Theorie der Architektur an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. Wissenschaftliche Publikationen: Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert (5 Bd.: 1980, 1983, 1990, 1995, 2010); Nieder mit Fischer von Erlach (1986);
Aufforderung zum Vertrauen (1987); Literarische Publikationen: hosn rosn baa. Dialektgedichte (mit Artmann und Rühm, 1959); fleckerlteppich (1959); schwer schwarz. konkrete poesie (1960); der rote Reiter – drei geschichten (1967); prosa, konstellationen, montagen, dialektgedichte, studien (1970); quadratroman (1973); super record 50+50 (mit Gerhard Rühm,1981); Kaaas. Dialekt­gedichte (1991); Die Plotteggs kommen (1995); einschlaf­geschichten (2003); wiener linien (2004); und oder oder und (2006); der springende punkt (2009).