Theater

Freundliche Mitte: Finsternis


Der Weltraum – unendliche Weiten. Dort befinden wir uns und werden ZeugInnen eines Spiels. Drei ExpertInnen – eine für Raum, eine für Text und einer für Performance – treten in einen Wettstreit um die Herrschaft über eine Geschichte: die Geschichte von Herrn P.

Im Mai 1978 hebt Herr P an Bord der „Otrag 2“ von einer Startrampe im Südosten des Kongo ab. Die Rakete ist das Vorzeigeprodukt einer deutschen Firma, die einen Coup der afrikanischen Raumfahrt plant und das Testgebiet wie eine Kolonialmacht verwaltet. Aber nach dreißig Metern Höhe ist der große Traum Geschichte. Oder doch nicht?

In der neuen Arbeit von Philine Rinnert, Gerhild Steinbuch und Sebastian Straub vermischt sich das Spiel um die Herrschaft über Herrn Ps Geschichte mit ihren eigentlichen Grundelementen – dem Entdecken und Einnehmen. Wer bestimmt, in welche Winkel des Weltraums Herr P aufbricht? So entwickelt sich das Spiel zu einer Reise ins finstere Herz der PerformerInnen, die die eigenen blinden Flecken erkundet – und sie vielleicht gemeinsam neu erzählt.

Freundliche Mitte wurde 2011 von der Bühnenbildnerin Philine Rinnert, dem Schauspieler Sebastian Straub und der Autorin Gerhild Steinbuch gegründet. Das Kollektiv aus Spiel, Raum und Text arbeitet bewusst ohne die Instanz Regie. Gemeinsame Arbeiten: Am Schönsten ist das was bereits verschwunden ist (steirischer herbst, 2011), Previously On (Garage X, 2014).


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