Theater

Freunde, das Leben ist lebenswert


"Freunde, das Leben ist lebenswert" erzählt von den tragischen Schicksalen des Textdichters Fritz Löhner-Beda, des Conférenciers und Kabarettisten Fritz Grünbaum und des Komponisten Hermann Leopoldi. Es geht dabei nicht nur um Zeitgeschichte, sondern vor allem um die Frage: Wie weit darf man sich an ein verbrecherisches Regime anpassen, um das eigene Leben zu retten?

Der Schlager- und Operettentexter Fritz Löhner-Beda, ein Star der österreichischen Kulturszene vor 1938, hat einen Chauffeur, der für Adolf Hitler schwärmt und hilflose Gedichte zu dessen Lob schreibt. Nach dem Anschluss landet Löhner in Buchenwald und trifft dort seinen Fahrer als Wächter wieder an. Löhner schreibt im Lager nicht nur das legendäre Buchenwald-Lied, sondern – was tut man nicht für einen Laib Brot? – auch heimlich die Führer-Loblieder, mit denen der junge Möchtegern-Poet an einem Wettbewerb der SS teilnehmen will. Der ehemalige Chauffeur wird tatsächlich zum Finale des Wettbewerbs nach Berlin eingeladen, doch ohne seinen Ghostwriter versagt er kläglich bei der letzten Aufgabe und wird zur Strafe in den Osten versetzt. So verliert Löhner seinen Schutz im Lager und wird seinerseits nach Auschwitz deportiert.

Im Stück kommentieren und kontrastieren Löhners Lieder, wie z.B.: „Was machst Du mit dem Knie, lieber Hans“, "Benjamin, ich hab´ nichts anzuziehen", „Rosa, wir fahr´n nach Lodz“ oder "Ausgerechnet Bananen", die Handlung.

Von Charles Lewinsky

Mit:
Hannes Gastinger, Matthias Hacker, Johannes Seilern, Reinhardt Winter, Sebastian Eckhardt, Marcus Thill, Jörg Stelling, Patrick Lammer
Regie: Charles Lewinsky


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