Literatur

Franz Kafka - die frühen Jahre


Reiner Stach und Josef Hader lesen aus "Franz Kafka - die frühen Jahre" (2014)

Nach den fulminant gefeierten ersten zwei Bänden seiner Kafka-Biographie schließt Reiner Stach sein großes Werk mit Kafkas Kindheit und Jugend, Studium und ersten Berufsjahren ab. Die Entfaltung von Kafkas Sprachtalent, seine Bildungserlebnisse, die Reifung seiner Sexualität und nicht zuletzt die Auseinandersetzung mit neuen Technologien und Medien sind die entscheidenden Wegmarken. Reiner Stachs Kafka-Biographie genießt schon jetzt den Ruf eines internationalen Standardwerks, das die Möglichkeiten der literarischen Biographie neu ausgelotet hat. Erneut bietet Reiner Stach ein erzählerisch dichtes und farbiges Panorama der Zeit und zugleich die einfühlsame Studie eines außergewöhnlichen Menschen.

Der Kabarettist, Schauspieler und Drehbuchautor Josef Hader wurde am 14. Februar 1962 als einziges Kind einer Bauernfamilie im österreichischen Waldhausen geboren. Er besuchte die Grundschule in Nöchling und später das Jungengymnasium des Klosterinternats in Melk, wo er sich auch als Ministrant an Gottesdiensten beteiligte. Da er ohne gleichaltrige Kinder aufwuchs, lebte er sich nur schwer ein. Er war schüchtern, verklemmt und ein Außenseiter. Erst als er in Theaterstücken der Schule mitspielte, konnte er sich vollständig integrieren und entdeckte seine Begeisterung für das Schauspiel. Ferner übte er sich im Kabarett, indem er seinen Mitschülern kritische Darstellungen über Lehrer darbot. Sein erstes Kabarett Fort geschritten schrieb Hader 1982 zu Beginn seines Lehramtstudiums in Geschichte und Deutsch. Aufgrund des Erfolgs seines zweiten Programms Der Witzableiter und das Feuer, für das er mit dem „Salzburger Stier“ ausgezeichnet wurde, brach er 1985 das Studium ab und konzentrierte sich auf eine Karriere als Kabarettist, wobei er auch in Gasthäusern und Fußgängerzonen auftrat. Seine Programme Im milden Westen (1986) und Tausend Witze gegen Geld (1987) waren in Österreich erfolgreich. In Deutschland und der Schweiz wurde er 1988 mit Biagn oder Brechn bekannt. In den 90ern folgten Bunter Abend (1990), wofür Hader den Deutschen Kleinkunstpreis erhielt, Im Keller (1992) und Privat (1994). 2001 stand er mit Hader spielt Hader, einem Best-of seiner bisherigen Auftritte, und 2004 mit Hader muss weg auf der Bühne. Im Jahre 2011 erhielt er den Bayerischen Kabarettpreis und den einzigen deutschen Satirepreis, den Göttinger Elch. Neben seiner Tätigkeit als Kabarettist schrieb Josef Hader die Theaterstücke Indien (1991) und Husten (2006). Zudem wirkte er als Schauspieler und Drehbuchautor bei zahlreichen Filmen mit, z.B. den Buchverfilmungen Komm, süßer Tod (2000), Silentium (2004) und Der Knochenmann (2009). Für den Film Der Überfall wurde er 2000 mit dem Darstellerpreis des Locarno Filmfestivals ausgezeichnet und für Ein halbes Leben erhielt er 2008 den Deutschen Fernsehpreis sowie den Deutschen Grimme-Preis.

Reiner Stach, 1951 in Rochlitz (Sachsen) geboren, arbeitete nach dem Studium der Philosophie, Literaturwissenschaft und Mathematik und anschließender Promotion zunächst als Wissenschaftslektor und Herausgeber von Sachbüchern. 1987 erschien seine Monographie Kafkas erotischer Mythos. 1999 gestaltete Stach die Ausstellung Kafkas Braut (Frankfurt, Wien, Prag), in der er den Nachlass Felice Bauers präsentierte, den er in den USA entdeckt hatte. 2002 und 2008 erschienen die ersten beiden Bände der hochgelobten
dreiteiligen Kafka-Biographie. 2008 wurde Reiner Stach für Kafka: Die Jahre der Erkenntnis mit dem Sonderpreis zum Heimito von Doderer-Literaturpreis ausgezeichnet.

Kartenpreis: € 26,-


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