Theater

Frankenstein


Mary Shelleys Frankenstein frei nach dem Roman von Mary Shelley - Bühnenfassung von Michael Schachermaier / Mitarbeit: Dagmar Stehring

„Ich gab mir schreckliche Mühe, eine Geschichte zu erfinden, die die geheimsten Ängste der menschlichen Natur ansprechen und Schauer des Entsetzens hervorrufen würde – eine, bei der dem Leser davor grauen würde, sich umzublicken, bei der ihm das Blut in den Andern stocken und der Puls schneller schlagen würde.“ (Mary Shelley)

Die junge Schriftstellerin Mary Shelley ist euphorisch: Endlich hat sie die Idee für eine Geschichte, die alle beeindrucken wird. Also stürzt sie sich ins Schreiben und beginnt, um ihren Titelhelden, den charismatischen Wissenschaftler Dr. Victor Frankenstein, und dessen Verlobte Elisabeth, eine Welt zu erschaffen, die sie immer mehr in ihren Bann zieht – und sich zu verselbstständigen beginnt. Denn obwohl dieser Frankenstein alles hat – eine Familie, die ihn liebt, eine gute Ausbildung, eine glänzende Zukunft –, will er trotzdem immer mehr und verbeißt sich ohne Rücksicht auf Verluste in seine Forschungen und Experimente, bis ihm das schier Unmögliche gelingt: die Erschaffung eines künstlichen Wesens. Doch seine Kreatur gestaltet und gebärdet sich ganz anders als geplant (Ist es Monster? Oder Mensch?), sodass Frankenstein die Flucht ergreift und ein nervenzerreißender Wettlauf zwischen Schöpfer und Schöpfung beginnt, durch den auch Mary begreifen muss, dass man seiner Verantwortung und seinen Dämonen, seiner Taten und Wünschen nicht so einfach entkommen kann.

Als die englische Autorin Mary Shelley ihre Erzählung „Frankenstein or The Modern Prometheus“ 1818 anonym veröffentlichte, ahnte sie noch nicht, dass sie damit einen modernen Mythos über Ehrgeiz und Größenwahn, die Angst vor Versagen und Ablehnung bzw. den Wunsch nach Macht und Zugehörigkeit begründete, der bis heute nichts an Brisanz und Schlagkraft verloren hat. Im Next Liberty gewährt ab März 2017 der Regisseur Michael Schachermaier, der in den vergangenen Spielzeiten mit „20 000 Meilen unter dem Meer“ und „Gullivers Reisen“ bereits zwei Klassiker der Weltliteratur für ein junges Publikum erobert hat, einen Blick in Mary Shelleys schaurig-schöne Gedankenwelt und Frankensteins Laboratorium, wo Autorin und Erfindung, Schöpfer und Schöpfung bereits darauf warten, zu neuem Leben erweckt zu werden.

Inszenierung: Michael Schachermaier
Bühne: Julia Beyer Kostüme: Alexia Redl
Bühnen- und Livemusik: Maurizio Nobili


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