Theater

Fräulein Julie


In dieser lichten Mittsommernacht, taghell und doch ganz undurchsichtig, ist alles Wahrheit und Geheimnis, und so ist August Strindbergs »naturalistisches Trauerspiel« auch erotische Hexenposse, verwirrendes Traumspiel und sehnsuchtsvolle Gespenstersonate.

Fräulein Julies Geschick habe ich mit einer ganzen Reihe von Faktoren begründet: mit der Grundlage der Mutter, der falschen Erziehung des Mädchens durch den Vater, dem eigenen Naturell und dem Einfluss des Verlobten auf das schwache, degenerierte Gehirn, mehr noch mit der Feststimmung in der Mittsommernacht, der Abwesenheit des Vaters, der Beschäftigung mit den Tieren, dem aufreizenden Einfluss des Tanzes, dem Dämmerlicht der Nacht, der starken, aphrodisischen Wirkung der Blumen, und schließlich dem Zufall, der die beiden in einem entlegenen Zimmer zusammentreibt, dazu kommt die Zudringlichkeit des erregten Mannes.

Das Problem des Aufstiegs und Falls, des Höheren und Niedrigeren, des Besseren oder Minderwertigeren, von Mann und Frau ist, war und wird von bleibendem Interesse sein. Das Motiv ist aus dem Leben gegriffen; als ich die Geschichte vor einigen Jahren hörte, machte sie einen tiefen Eindruck auf mich, und sie schien mir als Trauerspiel geeignet; denn ist es schon traurig, einen vom Schicksal begünstigten Menschen untergehen zu sehen, so ist es noch trauriger, ein ganzes Geschlecht aussterben zu sehen.
August Strindberg, Vorwort zur Erstausgabe

Besetzung:

Regie
Anna Bergmann

Bühnenbild
Katharina Faltner

Kostüme
Lane Schäfer

Musik
Johannes Gwisdek

Choreografie
Jerôme Knols

Fräulein Julie
Sona MacDonald

Jean
Florian Teichtmeister

Kristine
Bea Brocks

Kanarienvogel (Sänger)
Jan Plewka


Künstler


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