Führung

Foto Workshop - AKW Zwentendorf für Fortgeschrittene – Micha Pawlitzki


Das bereits fertig mit Brennstäben ausgestattete AKW Zwentendorf ist, nach einer Volksabstimmung 1978, wenige Tage vor Inbetriebnahme Geschichte und über Nacht zu der größten Investitionsruine der Republik Österreich geworden. Der mächtige Bau mit über 1.000 fensterlosen Räumen liegt fortan über Jahrzehnte still, dient gelegentlich als Trainingszentrum für ausländische Mitarbeiter anderer AKWs, bleibt in einem bemerkenswert gut erhaltenen Zustand und wird mittlerweile für Besuchergruppen geöffnet. Bisher nicht jedoch für Fotoworkshops – bisher!

Der für Österreich politische und finanzielle Alptraum entpuppt sich heute für Workshop-Teilnehmer als fotografischer Traum. Als einer von zwei Fotografen darf Micha Pawlitzki Fotoworkshops in dieser buchstäblich einmaligen Location durchführen! Dieses AKW bietet unzählige, ungewöhnliche und vor allem: komplett verstrahlte Motive: vorbei geht es an der Schaltwarte, die an frühere Raumschiff Enterprise-Serien erinnert; hunderte Lämpchen und Warnleuten blinken hier wild durcheinander. Ein rotes Telefon, das für den atomaren Notfall direkt mit dem Kanzleramt verbunden war, steht noch mitten im Zimmer. Weiter geht es entlang riesiger Pumpen, die pro Sekunde unvorstellbare 30.000 Liter Donauwasser zum Kühlen durch die Anlage geschleust hätten. Vorbei an gewaltigen grauen Turbinen und an verschlungenen Rohrsystemen. Dann eine 10 Meter lange Leiter hinab zu den nun leeren Schächten für die Brennstäbe. Im Betrieb hätte hier die Strahlung von knapp 500 Uranbrennstäben eine Hitze von bis zu 4000 Grad Celsius produziert, ein Fotografieren wäre nie möglich gewesen. Weiter geht es unter den Reaktor, ein Bereich, der in einem aktiven Kernkraftwerk mit radioaktiv hoch belastetem Wasser geflutet ist und in den nach Fertigstellung nie wieder jemand hineinkäme. Doch in diesem Reaktor hier hat nie eine Kernreaktion stattgefunden und so ist der Reaktorboden heute mit seinem irren Gewirr an Leitungen und Rohren das Highlight aller Fotografen! Ungewöhnlicher und verrückter hätten diesen Bereich selbst die Kulissenbauer Hollywoods nicht gestalten können!


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